Informationen im Überblick

06.08.2012

Stellungnahme(n) der AG Kino – Gilde e.V. zum Entwurf des Filmförderungsgesetzes FFG

Ende Juni wurde der Referentenentwurf zum neuen Filmförderungsgesetz FFG den Verbänden vorgelegt und eine neue Runde für Stellungnahmen eingeläutet.

Vieles im Entwurf des neuen FFG ist für den Arthouse- und Programmkinomarkt positiv zu bewerten. Dennoch ist es uns wichtig, immer wieder auf eine stärkere Ausgewogenheit zwischen Produktions- und Abspielförderung hinzuweisen. Ein Paradigmenwechsel in der Filmförderung hin zu mehr „Qualität statt Masse“ bleibt nach wie vor ein wichtiges Anliegen der AG Kino - Gilde e.V. Darüber hinaus stellen wir im Bereich der Digitalisierung drei wichtige Forderungen:

  1. Die Beteiligung aller Verleiher an den Kosten für das digitale Abspiel sollte im FFG über eine Abgabe auf digitale Filmkopien gesetzlich geregelt werden. Es ist nicht mit einem fairen Wettbewerb zu vereinbaren, dass sich einzelne Gruppen von Verleihern den VPF-Zahlungen entziehen können oder einzelne Kinos von VPF-Zahlungen ausgeschlossen werden.
  2. Im FFG sollte die technikneutrale Belieferung öffentlich geförderter Filme (Produktion und Verleih) auch an Leinwände mit DCP-fähigen Projektoren, die nicht dem DCI-Standard entsprechen, verpflichtend geregelt werden. Dies würde die Umrüstungskosten begrenzen und das Abspiel deutscher und europäischer Filme in den Kinos stärken.
  3. Die Förderung der Kinodigitalisierung sollte über die erstmalige Umrüstung hinaus innerhalb und außerhalb des Rahmens des Filmförderungsgesetzes verstetigt werden.

PDF-Dateien zum Download:

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10.02.2012

Verleiher blockieren digitale Umrüstung in Deutschland!
AG Kino – Gilde e.V. fordert Verleiher auf, sich endlich an der digitalen Umrüstung aller Kinos zu beteiligen.

Zahlreiche Filmverleiher, darunter auch US-Majors, verweigern in Deutschland nach wie vor eine Beteiligung an den digitalen Umrüstungskosten. Über 1500 FFA-förderfähige Leinwände warten seit einem Jahr auf den Verleihbeitrag, der über ein Treuhandmodell von der FFA ausgereicht werden soll. Auch alle größeren unabhängigen Filmkunsttheater haben immer noch keine Chance an einen Verleiherbeitrag über Virtual Print Fee (VPF) zu kommen.

Daher unterstützt die AG Kino – Gilde e.V. den dringenden Appell von Staatsminister Bernd Neumann zur finanziellen Beteiligung der Verleiher an der Umrüstung der Kinos.

„Wir werden von Verleiherseite immer wieder vertröstet und bleiben auf den Umrüstungskosten sitzen“, kritisiert der Vorsitzende AG Kino – Gilde e.V. Dr. Christian Bräuer. „Es scheint als wollten die Verleiher die Situation aussitzen und warten, bis der Markt auch ohne ihren Beitrag umgerüstet ist.“

Dabei seien es doch die Verleiher, die durch die Umrüstung Kosten sparen. Es sei inakzeptabel, dass die Kinos und der Steuerzahler die Investitionen in die neue Technik bezahlen, aber die, die eigentlich davon profitieren, aus der Verantwortung stehlen. Die jahrelangen Versprechungen des Verbandes der Filmverleiher VdF einer umfassenden und angemessenen finanziellen Beteiligung an der Digitalisierung erweisen sich bislang als Makulatur.

Für den Vorstand der AG Kino – Gilde e.V. ist das ein Skandal. Die AG Kino – Gilde e.V. erwartet zur Berlinale ein klares Signal von Seiten der Verleih-Branche, dass nun endlich das Treuhandmodell in Kraft gesetzt wird und auch eine Lösung für größere Arthouse-Kinos gefunden wird - notfalls auch über eine gesetzliche Regelung.

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13.12.2011

AG Kino – Gilde e.V. fordert Verleiher auf, den VPF-Hub zu unterstützen

Die Markkinos der AG Kino – Gilde e.V. in Hamburg, Berlin, Bremen, Hannover, Osnabrück, Köln, Bonn, Stuttgart Freiburg und München haben in einem gemeinsamen Brief alle in Deutschland tätigen Verleiher aufgefordert, den neu gegründeten VPF-Hub zu unterstützen. Für die unabhängigen Arthouse-Kinos, die von den Förderkriterien von FFA und BKM ausgeschlossen sind, fehlt nach wie vor eine Lösung zur Finanzierung der Digitalisierung über VPF (Virtual Print Fee). Third Parties sind nach amerikanischen Vorbild für Multiplex-Ketten entwickelt und für den unabhängigen deutschen Markt, d.h. für vor Ort engagiert arbeitende Einzelbetriebe, nicht attraktiv.

Mit dem VPF-Hub ist nun ein Modell möglich, das die VPF-Abrechnung vereinfachen würde und für alle Beteiligten akzeptabel ist. „Natürlich müssen sich auch in diesem Modell die besonderen Bedingungen des Arthousemarktes widerspiegeln“, sagt Christian Bräuer, Vorsitzender der AG Kino – Gilde e.V. „Dennoch geht das Modell in die Richtung, die wir bereits mit unserem „Umrüstungsstopp“ bei der Filmkunstmesse Leipzig gefordert haben: Alle Verleiher müssen sich auch jenseits der Third-Parties an den Umrüstungskosten angemessen beteiligen.“

Die Kinos setzen nun auf eine rasche Umsetzung des VPF-Hub auch unter Beteiligung der US-Majors.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle der AG Kino – Gilde e.V.

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21.09.2011

AG Kino – Gilde e.V. ruft zum Umrüstungsstopp auf und fordert angemessene Beteiligung der Filmverleiher an der digitalen Projektion

Leipzig, 21.09.2011

Angesichts der Zurückhaltung der Filmverleiher im Hinblick auf die Beteiligung an den Kosten der Digitalisierung ruft die AG Kino – Gilde e.V. ihre Mitglieder und unabhängige Kinobetreiber zu einem Umrüstungsstopp auf.

Im Bereich des Fördermodells von FFA und BKM (‚Kriterienkinos’) zögern die großen Verleihfirmen die Unterschrift der Treuhandvereinbarung hinaus und behindern damit die Auszahlung des Verleihbeitrages in Höhe von bis zu 13.000 EUR pro Leinwand.

Inakzeptabel ist die Situation zudem für unabhängige Filmkunsttheater, die von der Förderung des Bundes ausgeschlossen sind. Noch immer verweigern Verleihfirmen die Zahlung von Virtual Print Fees (VPF) jenseits der Third-Party-Modelle.

Die AG Kino – Gilde e.V. wertet diese Verweigerungshaltung als ein Signal, dass Verleiher die Umrüstungsphase aussitzen wollen und warten, bis eine Vielzahl der Arthouse-Kinos dem allgemeinen Druck nachgibt und ohne finanzielle Beteiligung umrüstet. Diese Hinhaltetaktik ist nicht akzeptabel.

Die AG Kino – Gilde e.V. fordert daher folgendes:

  1. Die umgehende Unterzeichnung der Treuhandvereinbarung der FFA durch alle Verleiher, damit die in Aussicht gestellten Mittel zeitnah ausgezahlt werden können.
  2. Alle Verleiher müssen vertragliche Regelungen mit Kinobetreibern oder Zusammenschlüssen von Kinobetreibern anbieten und sich auch jenseits von Third-Parties mit der Zahlung einer VPF an der Umrüstung beteiligen.
  3. Die Branche arbeitet an nachhaltigen Finanzierungsmodellen für das digitale Kino. Die erhöhten Folgekosten und Investitionen in die „2.Generation“ schon in wenigen Jahren machen es notwendig, dass das Abrechnungssystem insgesamt überarbeitet und die Filmmieten gesenkt werden.

Mit dem Umrüstungsstopp will die AG Kino – Gilde e.V. die Digitalisierung nicht behindern. Es ist jedoch nicht hinnehmbar, dass die Verleiher sich ihrer längst akzeptierten Verpflichtung entziehen.

Die Politik und Wettbewerbsbehörden sind gefordert, dass einzelne Verleihunternehmen sich nicht einer finanziellen Beteiligung an der Umrüstung unabhängiger Filmkunsttheater entziehen.

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24.06.2011

Frankfurter Erklärung: Forderungen der AG Kino – Gilde zur Digitalisierung des Kinos

Die Woche stand im Zeichen der außerordentlichen Mitgliederversammlung in Frankfurt. Über 70 Mitglieder trafen sich zu einer Bestandsaufnahme und Standortbestimmung zur aktuellen Situation der Kinodigitalisierung. Die Förderprogramme zur Digitalisierung von BKM, FFA und Ländern wurden vorgestellt und intensiv diskutiert. Es wurde deutlich, dass die AG Kino – Gilde viel für die Mitglieder erreichen konnte, deren überwiegende Anzahl in die Förderkriterien fällt. Jedoch sind noch immer an vielen Stellen Nachjustierungen nötig. Die Knackpunkte auf dem Weg zum digitalen Abspiel fassten die Teilnehmer einstimmig in einer „Frankfurter Erklärung“ zusammen.

» Frankfurter Erklärung als PDF.

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13.05.2011

Digitalisierungsförderung für Kriterienkinos

Die AG Kino – Gilde begrüßt, dass mit der Einbeziehung der Verleiher in die Digitalisierungsförderung für Kriterienkinos nun das Gesamtkonzept für die Finanzierung steht.

In dieser Woche wurden in der FFA die vertraglichen Konditionen der treuhänderischen Verwaltung der Verleihbeiträge für die Kriterienkinos beraten. Diskutiert wurde der Finanzierungsvertrag zwischen FFA und den Kriterienkinos. Nach derzeitigem Verhandlungsstand beteiligen sich die Verleiher mit rd. 18,6 % bis zu maximal anrechenbaren Gesamtkosten von 70.000 EUR (= 13.000 EUR) je Leinwand. Auf Druck der AG Kino – Gilde e.V. wird der Verleihbeitrag auf den Eigenanteil der Kinos angerechnet. Ebenfalls konnte die AG Kino – Gilde durchsetzen, dass alternative Programme zwar gemeldet werden, aber hierfür anders als bei Third-Party-Verträgen im Rahmen des üblichen Umfangs bei Programmkinos keine Gebühren bezahlt werden müssen.

Der Verband setzt sich nach wie vor für die Technikoffenheit in Bezug auf die Digitalisierung ein. Nur so können die Anforderungen der einzelnen Kinos gezielt berücksichtigt werden und die Programmvielfalt im Hinblick auf die Filmauswahl gewährleistet bleiben.

Nun geht es darum, auch Lösungen für diejenigen Arthaus-Kinos zu erarbeiten, die nicht in die Förderung der FFA einbezogen sind. Die AG Kino – Gilde führt derzeit intensive Gespräche mit Verleihern und Ausrüstern um die finanziellen Herausforderungen möglichst gerecht aufzuteilen. Der Verband sieht ansonsten die Gefahr, dass bisher gut positionierte Arthaus-Kinos zwischen den großen Kino-Ketten und den geförderten Leinwänden zerrieben werden.

Am 22. Juni 2011 wird die AG Kino – Gilde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Möglichkeiten beraten.

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18.11.2010

Statement der AG Kino – Gilde e.V. zur Unabhängigkeit der Filmkunsttheater

Die Arbeitsgemeinschaft Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater begrüßt erneut die nachdrücklichen Bemühungen in Bund, Ländern und Europa zur Förderung der Digitalisierung der Kinos.

Noch immer gibt es kein Geschäftsmodell, dass den Programmkinos und Filmkunsttheatern mit einem hohen Anteil deutscher und europäischer Filme eine nachhaltige Investitionssicherheit beim Übergang ins digitale Zeitalter bietet. Die VPF-Modelle zur Finanzierung der Ausstattung mit DCI-zertifizierten Projektoren sind für diesen Teilmarkt nicht geeignet. Sie greifen in die Unabhängigkeit und Programmierhoheit der Filmtheater ein und bedrohen damit das Geschäftsmodell der Arthousebranche. Damit besteht die Gefahr, dass der DCI-Standard in Verbindung mit hollywoodorientierten Finanzierungsmodellen den wichtigsten Vorteil der Digitalisierung für die Kinos, die höhere Flexibilität in der Programmierung, in sein Gegenteil verkehrt. Alternative Modelle bestehen noch immer nicht.

Die EU-Kommission hat in ihrer Mitteilung vom 24. September 2010 gefordert, dass staatliche Förderprogramme zur Digitalisierung der Kinos u.a. „dem Grundsatz der Technologieneutralität folgen“ sollten. Weiterhin betonte die Kommission, dass es wichtig sei, bei dem rasanten Technologiewandel Standards zu berücksichtigen, die „den Bedürfnissen der europäischen Kinos entsprechen“.

In Anbetracht der mit den DCI- Spezifikationen der sechs wichtigsten US-Studios (und ihrer europäischen Verleihfirmen) verbundenen erheblichen Investitions- und Folgekosten und neuen Geschäftsmodelle stellt sich uns die Frage, ob sie mit den von der EU-Kommission vorgeschlagenen Kriterien konform sind.

Die von der EU – Kommission aufgeworfenen Wettbewerbsfragen (u.a. „Verbot Wettbewerb einschränkender Vereinbarungen“ „zwischen einer Mehrheit von Verleihfirmen“) sind europaweit bislang nicht beantwortet worden.

Hier denken wir insbesondere an Änderungen in den Geschäftsbeziehungen zwischen Kino und Verleih, die Bestimmungen des DCI-Standards enthalten oder implizieren. Konkret beschäftigen uns dazu folgende Überlegungen:

  • Enthält oder begünstigt der DCI-Standard durch inhaltliche Bestimmungen, implizierte Vorgaben oder Kosten Wettbewerbsnachteile für die unabhängige Filmwirtschaft?
  • Determiniert die DCI-Spezifikation eine Benachteiligung der Kinos in ihrer Geschäftsbeziehung mit den Verleihern? Werden die Programmierhoheit und die unternehmerische Freiheit der Filmtheater durch Auflagen und Vorgaben (z.B. Schlüssel nur für einzelnen Saal statt Center oder mehrere Kinos eines Betreibers) eingeschränkt? Sind durch geforderte „Transparenzbestimmungen“ Datenschutz, Firmengeheimnisse oder unternehmerische Freiheit gefährdet?
  • Bei der Weiterentwicklung des DCI-Standards sind die Filmtheater nicht beteiligt. Welche Folgen, Gefahren und Benachteiligungen resultieren hieraus?
  • Führt eine von den marktbeherrschenden Verleihern abgesprochene Belieferungsbegrenzung von digitalen Kopien auf DCI - zertifizierte Anlagen zu einer Wettbewerbsbeeinträchtigung für unabhängige Marktteilnehmer und ist dies kartellrechtlich überhaupt zulässig?

Diese und andere Aspekte der Digitalisierung bereiten uns große Sorgen und beeinträchtigen die Planungssicherheit der Programmkinos und Filmkunsttheater in Deutschland. Das weitere Vorgehen unserer Mitgliedskinos bei der Digitalisierung wird mit entscheidend von der nachhaltigen Lösung dieser Fragen abhängen.

Die AG Kino – Gilde e.V. appelliert daher an Bund, Länder und die Europäische Union, sich dafür einzusetzen, dass die von ihr geförderte Kinodigitalisierung nicht die Unabhängigkeit der Filmtheater gefährdet und zu einer Reduzierung der Programmvielfalt und des Marktanteils nationaler und europäischer Filme führt.

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27.09.2010

AG Kino-Gilde: So teuer ist DCI-Digitalisierung

„100 Mio. Euro gibt der französische Kulturminister allein zur Förderung der Digitalisierung von kleineren Kinos aus, ergänzt um 25 Mio. Euro von Regionen und Städten und Beiträge der Verleiher– daran sieht man, wie teuer die DCI-konforme Digitalisierung ist“, betont der Vorstand der AG Kino – Gilde e.V., der Verband der deutschen Filmkunstkinos. Das französische Vorbild zeigt, dass eine billige Lösung nicht zu haben ist, wenn der nachhaltige Erhalt von unabhängiger Film- und Programmvielfalt sowie der kulturellen Grundversorgung in der Fläche angestrebt wird.

In Deutschland spreche der Bundeskulturminister am Mittwoch im Bundestagskulturausschuss über die Freigabe von gerade mal 20 Mio. Euro, hinzu kommen 15 Mio. Euro von der Filmförderungsanstalt, in die aber die Kinos ja selbst auch einbezahlen. Zudem fördern bislang erst sechs Länder die Kinodigitalisierung. Hier besteht noch, so die AG Kino-Gilde, ein krasses Missverhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Vor allem dürfen die Filmverleiher, die von der Digitalisierung massiv nachhaltig profitieren, nicht aus der Verantwortung entlassen werden. Statt unverbindlicher Absichtserklärungen müsse rasch Klarheit darüber geschaffen werden, wie ein den Einsparungen angemessener, über den bisherigen Erklärungen liegender Beitrag bereitgestellt wird.

Im Übrigen sieht sich der Verband angesichts der immensen Kosten und des zu erwartenden laufenden Mehraufwands in seiner Haltung bestätigt, ein Umdenken zu preisgünstigeren, aber mit DCI kompatiblen Anlagen zu forcieren und deren Belieferung anzumahnen. Denn Marktexperten befürchten im Zuge der kostenintensiven Digitalisierung nach DCI-Norm eine Marktkonzentration auf große Kinokonzerne und Filmverleiher. Auf der Strecke blieben gerade die anspruchsvollen Filmkunstkinos sowie Filmkunstverleiher in Deutschland.

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22.06.2010

AG Kino-Gilde: BKM-Initiative zur Kinodigitalisierung noch ungeeignet

Der Vorstand der AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater e.V. begrüßt die vielfältigen Initiativen im Bund und in den Ländern zur Unterstützung der Kinodigitalisierung. Wie die Expertenanhörung im Kulturausschuss des Deutschen Bundestages aber gezeigt hat, sind am vorgestellten Modell des BKM unbedingt noch Korrekturen erforderlich, um praxistauglich zu sein: Programmkinos und Filmkunsttheater mit einem hohen Anteil deutscher und europäischer Filme müssen nach inhaltlichen Kriterien und ohne restriktive Regeln in das Förderkonzept des BKM aufgenommen werden. Die Annahme, dass die Programmkinos in Deutschland die DCI-Digitalisierung selbst oder über den Markt finanzieren könnten, zeugt von großer Unkenntnis der Kinowirtschaft.

Der Ansatz, nur Kinos mit einem ganz geringen Umsatz fördern zu wollen, geht völlig an der Praxis des Filmkunstmarkts vor. Während diese den geforderten Eigenanteil nicht leisten, geht der Großteil der Filmkunstkinos leer aus. Sie bekämen danach keine Förderung und könnten sich aber auch nicht mit den Angeboten der mit den Hollywood-Studios zusammenarbeitenden Drittparteien umrüsten. Diese sind für die Filmkunsttheater ungeeignet. Damit scheitert die Digitalisierung der Programm- und Filmkunstkinos.

Die AG Kino – Gilde e.V. warnt daher erneut vor einem Niedergang der Kino- und Programmvielfalt in Deutschland, wenn die Digitalisierung nach den Vorgaben Hollywoods erfolgt. Hollywood braucht keine finanzielle Hilfe, Filmkunst braucht Förderung – auch im Kino. Der Erhalt und der Ausbau der nationalen und europäischen Filmkultur dürfen deshalb nicht auf Produktionsförderung konzentriert bleiben.

Die Filmkunsttheater sind es, die sich für den deutschen und europäischen Film und hierbei insbesondere für den Autoren-, Nachwuchs-, Dokumentar- und Kurzfilm einsetzen. Mit den hieraus erwirtschafteten Erträgen können die erforderlichen Investitionen für die DCI-Digitalisierung aber nicht erwirtschaftet werden. Sie sind es daher, die die Förderung benötigen!

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20.01.2010

AG Kino-Gilde, AG Verleih, Kommunalkinos: Eckpunkteerklärung zur Kinodigitalisierung – Alternativmodell gefordert

Nachdem trotz des intensiven Bemühens der FFA einzelne Marktteilnehmer weiterhin eine Lösung für die nationale Filmförderung und ein Branchenmodell zur Digitalisierung blockieren, haben die AG Kino - Gilde e.V., die AG Verleih e.V. und der Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V. eine Eckpunkteerklärung zur Kinodigitalisierung veröffentlicht. Darin heißt es: „Seit über zwei Jahren werden PublicPrivatePartnership- Branchenmodelle für eine flächendeckende Digitalisierung diskutiert, ohne dass ein Durchbruch erzielt werden konnte. Unverändert stehen die unterzeichnenden Verbände zu einem Branchenmodell mit einer nachhaltigen kulturellen und strukturellen Ausrichtung. Nachdem ein Erfolg aber kaum mehr wahrscheinlich erscheint, muss entsprechend der Bekundungen im FFA-Verwaltungsrat vom 16. Juni 2008 ein Alternativmodell für Kultur, Fläche und Mittelstand mit öffentlicher Unterstützung entwickelt werden.“ Sollte für diese Kinos keine Lösung gefunden werden, bestünde „die Gefahr, dass die Digitalisierung zum Instrument der Marktbereinigung wird, die insbesondere die Programm- und Filmkunstkinos sowie die traditionellen Kinos im ländlichen Raum bedrohen würde.“ Unmittelbar beträfe eine Marktbereinigung zudem nicht nur die unabhängigen Kinobetriebe, sondern auch den Markt für deutsche und europäische Filme und damit die europäische Produktionswirtschaft und viele mittelständische Verleihunternehmen. Die Förderung der Digitalisierung der Programm- und Filmkunstkinos durch FFA, BKM und die Länder ist demnach die logische und notwendige Ergänzung der Filmförderung.

Um die Kostenbelastung zu begrenzen, sei desweiteren die Abwärtskompatibilität der DCI-Spezifikation zu hinterfragen, sofern der bisherige Qualitäts- und Sicherheitsstandard gewährleistet bleibe. Die drei Verbände fordern zudem ein dezentrales Schlüssel- und Contentmanagement unter Aufsicht der FFA als neutraler Mittlerinstanz, um den freien Marktzugang zu gewährleisten

» Die ganze Erklärung zum Download als PDF

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23.06.2009

AG KINO – GILDE begrüßt Neumann-Modell zur flächendeckenden Digitalisierung

Der Verband der deutschen Filmkunst- und Programmkinos, die AG KINO – GILDE, begrüßt ausdrücklich die jüngste Initiative des Kulturstaatsministers Bernd Neumann, mit staatlichen Zuschüssen die flächendeckende Digitalisierung der Kinobranche in Deutschland zu unterstützen. Durch einen gemeinsamen Beitrag von Kinos, Filmverleihern und staatlicher Hilfe kann tatsächlich die Vielfalt der deutschen Kinolandschaft mit ihren Filmkunsttheatern und Kinos auch in kleinen Orten erhalten werden, eine Vielfalt, die insbesondere dem deutschen Film zugute kommt. Die AG KINO – GILDE appelliert daher an die Multiplex-Ketten, dieses neue Modell nicht zu gefährden. Sollte diese Initiative von den Kinokonzernen nicht aufgegriffen werden, offenbaren sie, dass ihr Hauptinteresse nicht in der gerechten Austarierung eines Filmförderungsgesetzes liegt, sondern in einer erhofften Marktbereinigung. Sollte dieses Modell nicht in den nächsten Monaten realisiert werden, muss für diesen Fall bereits jetzt eine Alternativplanung entwickelt werden, um den Bestand der Filmkunst-Kinos einerseits und der Kinos in der Fläche andererseits nicht zu gefährden.

Die Programmkinos begrüßen den entsprechenden Beschluss des FFA-Verwaltungsrates insbesondere auch deshalb, weil damit eine Neustrukturierung des Filmförderungsgesetzes verbunden werden soll. „Wir nehmen dieses Angebot als ernsthaftes Versprechen, über eine Entlastung bei der Kinoabgabe einerseits und der Ausgabepolitik andererseits zu verhandeln. Neben der zu hohen Abgabelast ist insbesondere der extreme Fokus auf die Produktionsförderung ein Problem“, so der Vorstand des Kinoverbandes. Es sollten nicht Unsummen in die Produktion von viel zu vielen Filmen gesteckt werden, es muss auch eine adäquate Abspielbasis dafür geben. Zudem muss Filmförderung in Deutschland, auf Bundes- wie Länderebene, vor allem eine Kinofilmförderung sein und darf nicht von Fernsehinteressen dominiert werden! „Mit den Mitteln zur Digitalisierung und mit einem neustrukturierten Filmförderungsgesetz wäre die deutsche Film- und Kinobranche optimal auf die Zukunft eingestellt. Jetzt muss allerdings auch gehandelt werden!“, so der Vorstand der AG KINO – GILDE.

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02.12.2008

HDF und AG KINO – GILDE – Gemeinsame Lösung für die Einführung der digitalen Projektion

HDF und AG KINO – GILD haben dem Staatsminister für Kultur und Medien, Bernd Neumann, für seine Initiativen zur Digitalisierung in einem gemeinsamen Brief gedankt und ihm ihre Zustimmung zur flächendeckenden Einführung der digitalen Projektion versichert.

Zahlreiche Beratungen unter Federführung des BKM und der FFA haben zu einem positiven Ergebnis geführt. Basis für die Umrüstung soll das sogenannte 100er-Modell werden, ergänzt um folgende kulturelle und strukturelle Komponente:

„Filmkulturell engagierte Kinos sind von der Zahlung des monatlichen Grundbetrags in Höhe von 100 EUR befreit, sofern sie im Vorjahr mit dem Kinoprogrammpreis des Bundes ausgezeichnet wurden oder mit dem entgeltlichen Abspiel von deutschen und europäischen Filmen einen nachgewiesenen Besucheranteil von mindestens 50% erzielt haben.

Gleiches gilt in Orten unter 20.000 Einwohnern für Leinwände in Filmtheatern mit bis zu vier Sälen, deren Kinokartenumsatz im Vorjahr weniger als 100.000 EUR betrug.“

Die Kinoverbände erwarten außerdem eine Kompensation der zusätzlichen Mehrkosten durch die Verleiher.

Nach mehrjähriger Vorarbeit ist damit ein Konzept gefunden worden, das in den kommenden Monaten weiter ausgebaut werden muss. Dabei wird es zunächst darum gehen, politische Entscheidungsträger in Bund, Ländern und Gemeinden zu überzeugen, der Filmwirtschaft bei der Finanzierung der Digitalisierung zu helfen.

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12.02.2008

Viele Kinos für den deutschen Film

Am Montag, 11. Februar fand im Rahmen der 58. Internationalen Filmfestspiele Berlin ein Pressegespräch der AG KINO – GILDE statt. VIELE KINOS FÜR DEN DEUTSCHEN FILM – unter diesem Motto fordert der Vorstand der AG KINO – GILDE die Förderung des deutschen und europäischen Films auch in den Kinos! Detlef Roßmann, Christian Bräuer und Renate Schönhütte stellten das Diskussionspapier des Arthaus-Verbandes vor.

Die bisherige Debatte zur Digitalisierung des deutschen Kinos ist inhaltlich arm und wirtschaftlich unzureichend. Die Digitalisierung des Kinos wird eine immense Wirkung auf die Kinolandschaft und auf die Filmbranche überhaupt haben. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Umrüstungsprozess viel teurer wird als bekannt ist.

Wer wird von der Umrüstung profitieren? Wie kann sichergestellt werden, dass Arthaus-Filme auch in Zukunft im Kino zu sehen sind? Und wie wird sich die technische Entwicklung auf die Herausbringung von Kinofilmen auswirken?

» Das Diskussionspapier finden Sie hier als PDF.

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17.07.2007

Memorandum und Positionspapier
zum Digitalen Roll-Out

Der Vorstand der AG KINO – GILDE hat sich ausführlich mit dem Digitalisierungsprozess beschäftigt. Die Positionen des Verbandes wurden in einem „Memorandum der AG KINO – GILDE zur Einführung des digitalen Kinos in Deutschland“ und in einem Positionspapier der AG KINO – GILDE zum Digitalen Roll-Out“ festgehalten.

» Den vollständigen Text des Memorandums finden Sie hier als PDF.
» Den vollständigen Text des Positionspapieres finden Sie hier als PDF.

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12.06.2007

Stellungnahme der AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater zur Novellierung des FFG

Die letzte Novelle des Filmförderungsgesetzes hat die bestehenden Ungleichheiten bei der Mittelvergabe an die verschiedenen Einzahlergruppen nicht nur fortgesetzt, sondern verschärft. Es besteht zudem ein deutliches Missverhältnis zwischen dem Anteil des Kinos an der Wertschöpfungskette und dem Anteil an den geleisteten Beiträgen. Die Filmförderung muss sich nun auf das wichtigste Auswertungsfenster, das Kino, konzentrieren. Im Zuge dessen muss, nicht nur im Hinblick auf die anstehende Digitalisierung eine deutliche Entlastung der Kinobranche vorgenommen werden. Dabei muss auch eine stärkere Förderung des Arthouse-Segments erfolgen. Hierbei ist die besondere Wertigkeit der Filmkunst- und Programmkinos für das Kulturgut Film und deren wichtige soziale sowie kulturelle Aspekte erkennbar zu würdigen.

» Den vollständigen Text der Stellungnahme finden Sie hier als PDF.

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