Förderprogramme

Bund

Überbrückungshilfe III plus – bis 30. September 2021

Seit 15.06. greift die Überbrückungshilfe III plus, die noch einmal gegenüber der ursprünglichen Hilfe erweitert wurde. Anträge können bis zum 31.10.21 gestellt werden.

Erstattet werden:

bis zu 100 % der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch > 70 %
bis zu 60 % der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 50 % und ≤ 70 %
bis zu 40 % der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 30 % und < 50 %
im Fördermonat im Vergleich zum entsprechenden Monat des Jahres 2019.

Förderhöchstbetrag pro Monat: 10 Millionen Euro.

Welche Fixkosten erstattet werden, findet sich hier: https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Dokumente/FAQ/Ueberbrueckungshilfe-III/ueberbrueckungshilfe-lll.html

Personalkosten werden mit 20% der sonstigen förderfähigen Fixkosten pauschal abgegolten.

Wichtig für die Kulturbranche:
Zusätzlich zu den übrigen förderfähigen Kosten werden für die Veranstaltungs- und Kulturbranche auch die Ausfall- und Vorbereitungskosten für geschäftliche Aktivitäten im Zeitraum von März bis Dezember 2020 bis zu 90% erstattet. Dabei sind sowohl interne projektbezogene (v. a. Personalaufwendungen) als auch externe Kosten (etwa Kosten für beauftragte Dritte (z. B. Grafiker/in) förderfähig.

Wenn ihr also für November und Dezember ein Programm vorbereitet habt, das dann nicht stattgefunden hat, kann dies hier geltend gemacht werden, sofern es nicht schon bei der Beantragung der Hilfen im vergangenen Jahr in Ansatz gebracht wurde.

Mehr Infos: https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Dokumente/FAQ/Ueberbrueckungshilfe-III/ueberbrueckungshilfe-lll.html?cms_artId=2322784

Die Anträge können bis zum 31. Oktober 2021 von einem „prüfenden Dritten“ also einem beim Antragsportal zugelassenen Steuerberater, Wirtschafts- oder Buchprüfer gestellt werden.

 

Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen (2,5 Mrd. Euro)

Ab 01.07.21 können Kinobetreiber über den Sonderfonds Kulturveranstaltungen ebenfalls eine Erstattung aller veranstaltungsbezogenen Kosten beantragen. https://sonderfonds-kulturveranstaltungen.de/index.html

Das wichtigste in Kürze:

1. Grundsatz

Wenn ein Kinobetreiber durch die jeweilige Corona-Verordnung nachweist, dass er nur zwischen 25% und 80% seiner Plätze belegen darf (Abstandsregeln oder Personenobergrenzen), so bekommt er für jedes real verkaufte Ticket den Preis eines weiteren Tickets erstattet. Kann er nur unter 25% seiner Plätze belegen bekommt er für jedes real verkaufte Ticket zwei weitere Tickets erstattet.

Problem: Was passiert, wenn die jeweiligen Corona-Verordnungen ab Juli eine 100% Auslastung möglich machen?
Wenn es eine Auswahl gibt (also z.B. 100% mit Test oder 1,50 Abstand ohne Test), dann kann man den „worst case“ wählen und ist noch im Programm. Wenn die Auslastung generell 100% ist, fällt man derzeit aus dem Programm raus. Die Verantwortlichen bei BKM und BMF machen sich aber Gedanken, wie das aufgefangen werden kann. Denn in diesem Fall liefe ja das Programm für alle Kulturveranstalter ins Leere.

2. Zeitraumbezogener Antrag

Kinos führen mehr als 5 Veranstaltungen / Vorführungen im Monat durch. Deshalb können sie einen zeitraumbezogenen Antrag stellen. Dieser kann pro Monat oder Quartal gestellt werden. Wir empfehlen den Monatszeitraum, weil Gelder erst rückwirkend nach Abrechnung der realen Einnahmen und Ausgaben des Zeitraums gezahlt werden.

Bei der Registrierung kann man noch stark mit „Schätzungen“ arbeiten. Es geht nicht darum, schon ganz genau zu erklären, wie viele Zuschauer man erwartet. Erst beim eigentlichen Antrag werden dann im nachhinein die tatsächlichen Zuschauer bestimmt und der durchschnittliche Eintrittspreis bereichnet.

3. Höhe der Förderung

Für die Erstattung der zusätzlichen Tickets gilt der durchschnittliche Eintrittspreis. Die Förderung ist gedeckelt auf die Veranstaltungskosten. (Förderung = Veranstaltungskosten – Einnahmen). Beim zeitraumbezogenen Antrag können die Kosten für den Zeitraum angegeben werden, müssen also nicht einer einzelnen Vorführung zugeordnet werden.

Eine Liste mit allen anrechnungsfähigen Kosten findet sich hier:
https://sonderfonds-kulturveranstaltungen.de/faq#foerderfaehig_liste
Hinzu kommt eine Organisationspauschale von 10%.

Bei den Einnahmen sind nicht nur Ticketeinnahmen, sondern auch Nebeneinnahmen anzugeben. Entsprechend können aber auch die Kosten für den Wareneinkauf angegeben werden.

Auf die „Sonderfonds-Tickets“ ist keine FFA Abgabe abzuführen, da es sich nicht um Einnahmen aus realen Ticketverkäufen handelt. Aus dem gleichen Grund und weil die Abwicklung nicht darstellbar ist, fallen nach jetzigem Stand auf die „Sonderfonds-tTickets“ auch keine Verleihgebühren an.

Übersteigen die Einnahmen aus realen Tickets, „Sonderfonds-Tickets“ und Nebeneinkünften die Ausgaben wird entsprechend bei den „Sonderfonds-Tickets“ gekürzt. Werden nur wenige reale Tickets verkauft und reichen die zusätzlichen „Sonderfonds-Tickets“ nicht aus, um die Kosten zu decken, ist es das Risiko des Kinos.

4. Verfahren

a) Zunächst muss man im Voraus für den Zeitraum die Anzahl der Veranstaltungen registrieren und die erwarteten Einnahmen und Ausgaben schätzen.
b) Im Nachgang werden dann die realen Zahlen eingetragen und der eigentlich rechtsverbindliche Antrag gestellt. Liegt die Fördersumme aus „Sonderfonds-Tickets“ im Zeitraum über 100.000 Euro muss ein „prüfender Dritter“ (also Steuerberater) wie bei der Überbrückungshilfe die Zahlen bestätigen.
c) Die Förderung wird dann rückwirkend ausgezahlt.

5. Das Verhältnis zu anderen Förderungen

Da auch beim Sonderfonds nur eine Förderung bis zur Höhe der Veranstaltungskosten erfolgen kann, wird diese Förderung mit allen anderen Corona-Förderungen (Überbrückungshilfe III und Landesprogramme) verrechnet.

Nicht angerechnet werden Kinoprogrammpreise, die Förderung von Europa Cinemas und Investitionsförderungen der FFA oder aus dem Zukunftsprogramm, da sie nicht als veranstaltungsbezogen gelten und auch keinen „Corona-Bezug“ haben.

Sonderfonds oder Überbrückungshilfe III?

Es ist wichtig, sich Gedanken zu machen, wie viele reale Zuschauer man in den nächsten Monaten erwartet. Geht man auch weiterhin von einem Umsatzminus von über 70% gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 aus, so kann die Ü III sinnvoller sein, weil man dort 100% der Fixkosten erstattet bekommt. (Allerdings nur 20% Personalkostenpauschale). Beim Sonderfonds wäre es auf die tatsächlich verkauften Tickets beschränkt.

Wichtig ist auch, die jeweiligen Listen mit den erstattungsfähigen Kosten zu vergleichen und für sich die beste Lösung herauszusuchen. (siehe Links oben)

 


Länderförderungen

Berlin: Soforthilfe IV 5.0

Das Land Berlin hat eine weitere Runde für kleine und mittelgroße Berliner Kultur- und Medienunternehmen mit mind. 2 Beschäftigen (in Vollzeit-Äquivalent) bewilligt, die besonders hart von der Corona-Krise betroffen sind und auf Zuschüsse zur Überwindung einer existenzbedrohenden Wirtschaftslage angewiesen sind.
Wie schon in den letzten Runden der Soforthilfe IV soll auch in dieser Runde ein Liquiditätsengpass bezuschusst werden.

In einem Huckepackverfahren setzt die Soforthilfe IV 5.0 auf der Überbrückungshilfe III Plus des Bundes auf.
Die Voraussetzung für die Beantragung der Soforthilfe IV 5.0 ist demnach die Antragstellung der Überbrückungshilfe III Plus bis zum 31. August 2021 über einen prüfenden Dritten (Steuerberater*in, Wirtschaftsprüfer*in o.ä.).
Der Förderzeitraum der Soforthilfe IV 5.0 ist Juli – September 2021 (3 Monate).

Informationen zur Soforthilfe IV 5.0 findet ihr hier: https://www.ibb.de/de/foerderprogramme/soforthilfe-4-5.html


Die Zukunftsprogramme im Überblick:

Zukunftsprogramm I (Ausstattung 2021: 30 Mio. Euro)

Dieses Programm ist die Fortsetzung des im März 2020 gestarteten Investitionsprogramms. Es richtet sich an Kinos in Gemeinden bis 50.000 Einwohner oder Filmtheater, die einen Kinoprogrammpreis des Bundes, des Kinemathekenverbundes oder eines Landes erhalten haben.

Für Investitionen in die Kinoinfrastruktur werden bis zu 80% Zuschuss gewährt, höchstens jedoch 60.000 Euro für Kinos mit einem Saal bzw. 45.000 Euro pro Leinwand für Kinos ab zwei Sälen.

Seit dem 20.02.2021 ist das Programm ausgeschöpft! Neue Anträge sind derzeit nicht mehr möglich!
Die nächste Runde beginnt im Januar 2022.

https://www.ffa.de/zukunftsprogramm-kino-i.html

Zukunftsprogramm II (10 Mio. Euro):

Das Zukunftsprogramm Kino II fördert Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie sowie zukunftsgerichtete Investitionen zur Stärkung der Attraktivität der Kinos bei Wiedereröffnung und Weiterbetrieb. Es richtet sich an alle Kinotypen, die nicht unter das Zukunftsprogramm I fallen.

Anträge sind bei der FFA zu stellen: https://www.ffa.de/zukunftsprogramm-kino-ii-1.html

Zukunftsprogramm III:

Das ZPK III wurde aufgrund des Sonderfonds für Kulturveranstaltungen aufgehoben.


FFA

Das Präsidium der FFA hat in seiner Sitzung am 10.12.2020 die Verlängerung der Stundungen bis zum 30.06.2021 beschlossen. Dies soll den KinobetreiberInnen – unabhängig von der in den Ausführungsverordnungen der einzelnen Bundesländer festgelegten Dauer der Schließung – in dieser schwierigen Phase während der Pandemie weitere Planungssicherheit geben.

Die Regelungen vom 22.06.2020 gelten analog, d.h. bereits gewährte Stundungen werden bis zum 30.06.2021 automatisch verlängert und auch die ab 01.01.2021 fällige laufende Filmabgabe – ausgenommen Autokinos – gestundet.

Ebenso können Tilgungsraten für gewährte Darlehen mit Zahlungszielen bis Juni 2021, die noch nicht gestundet wurden, bis zum 30.06.2021 auf formlosen Antrag gestundet werden. Wir bitten um Verständnis, dass es in diesem Fall einer kurzen Begründung (gern per E-Mail) bedarf. Über den Antrag werden wir im Einzelfall unbürokratisch und zeitnah befinden.

Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass die Meldepflicht unabhängig von gewährten Stundungen weiterhin bestehen bleibt, d.h. die Meldungen der Umsatz- und Besucherzahlen sind bis zum 10. des Folgemonats abzugeben.