Förderprogramme

Bund

Überbrückungshilfe IV – 1. Januar bis 30. Juni 2022
Antragsfrist bis 15. Juni 2022 – Einreichung durch prüfenden Dritten

Voraussetzung ist weiterhin ein Umsatzrückgang von mindestens 30 Prozent in jedem Monat im Zeitraum Januar bis Juni 2022 für den der Fixkostenzuschuss beantragt wird, bezogen auf den Vergleichszeitraum 2019.

Erstattet werden:
• bis zu 90 Prozent (vorher 100 Prozent) der förderfähigen Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch
• bis zu 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei 50 Prozent bis 70 Prozent Umsatzeinbruch
• bis zu 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei mindestens 30 Prozent Umsatzeinbruch (Umsatzeinbruch jeweils im Vergleich zum entsprechenden Monat des Jahres 2019).

Eine Übersicht über die Förderfähigen Fixkosten findet sich hier:
https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Redaktion/DE/FAQ/FAQ-Ueberbruckeungshilfe-IV/faq-2-4.html

Eigenkapitalzuschuss (zusätzlich zu Fixkostenerstattung):

Unternehmen, Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb mit einem monatlichen Umsatzeinbruch von durchschnittlich mindestens 50 Prozent im Dezember 2021 und Januar 2022 erhalten einen Eigenkapitalzuschuss von 30 Prozent auf die Summe der möglichen Fixkostenerstattung für jeden Fördermonat, in dem sie antragsberechtigt sind.

Personalkosten

Personalkosten, die nicht vom Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 20 Prozent der Fixkosten berücksichtigt (Personalkostenpauschale). Dem Unternehmen müssen hierfür Personalkosten entstehen und es dürfen nicht alle Angestellten in kompletter Kurzarbeit sein.

Anschubhilfe

Zusätzlich zur allgemeinen Personalkostenpauschale ist bei Unternehmen der Veranstaltungs- und Kulturbranche für jeden Fördermonat eine Anschubhilfe in Höhe von bis zu 20 Prozent der Lohnsumme förderfähig, die im entsprechenden Referenzmonat 2019 angefallen ist.

Freiwillige Schließung

Unternehmen, die infolge von Corona-Regelungen wegen Unwirtschaftlichkeit freiwillig geschlossen haben, können zeitlich befristet zunächst bis 28.03 2022 Überbrückungshilfe IV beantragen.

Nach Wegfall der Corona-Auflagen am 2. April 2022 wird weiter angenommen, dass die Umsatzeinbußen Corona-bedingt sind. Dazu schreibt das Bundeswirtschaftsministerium: „Wir gehen davon aus, dass anhaltende Umsatzeinbußen von Kinobetreibern jetzt und auch noch in den nächsten Wochen als coronabedingt gewertet werden, auch wenn nun die Corona-Schutzmaßnahmen weitestgehend aufgehoben wurden. Die Veranstaltungswirtschaft und damit auch die Kinobetreiber gehören zur Kerngruppe der betroffenen Unternehmen, für die die Hilfen aufgelegt wurden. Die derzeit hohen Inzidenzen lassen nicht vermuten, dass die Besucherzahlen durch die Aufhebungen der Maßnahmen kurzfristig wieder an die Vor-Corona-Zeiten anknüpfen.“

Ausfallkosten September bis Dezember 2021

Zusätzlich zu den übrigen förderfähigen Kosten werden für die Veranstaltungs- und Kulturbranche auch die Ausfall- und Vorbereitungskosten für geschäftliche Aktivitäten im Zeitraum von September bis Dezember 2021 erstattet. Dabei sind sowohl interne projektbezogene (vor allem Personalaufwendungen) als auch externe Kosten (etwa Kosten für beauftragte Dritte (zum Beispiel eine Grafikerin oder einen Grafiker)) förderfähig, die tatsächlich angefallen sind und im Bezug zu Corona-bedingt abgesagten Veranstaltungen stehen.

Alle Informationen sind zu finden unter:
https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Ueberbrueckungshilfe/Ueberbrueckungshilfe-IV/ueberbrueckungshilfe-iv.html

 

Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen (2,5 Mrd. Euro)

Seit dem 01.07.21 können Kinobetreiber über den Sonderfonds Kulturveranstaltungen ebenfalls eine Erstattung aller veranstaltungsbezogenen Kosten beantragen. https://sonderfonds-kulturveranstaltungen.de/index.html

Das Programm endet am 31.12.2022.

Das wichtigste in Kürze:

1. Grundsatz

Wenn ein Kinobetreiber nachweist, dass er eine Kapazitätsbegrenzung von mindestens 20% aufgrund von Corona-Maßnahmen hat (Abstandsregeln oder Personenobergrenzen), so bekommt er für jedes real verkaufte Ticket den Preis eines weiteren Tickets erstattet. Kann er nur unter 25% seiner Plätze belegen bekommt er für jedes real verkaufte Ticket zwei weitere Tickets erstattet.

Problem: Was passiert, wenn die jeweiligen Corona-Verordnungen eine 100% Auslastung möglich machen?
Für Veranstaltungen ab 2. April 2022 werden auch freiwillige Maßnahmen des Veranstalters auf Grundlage eines bei der Registrierung verbindlichen Hygienekonzepts (d.h. Maßnahmen, die nicht aufgrund öffentlich-rechtlicher Bestimmungen zwingend sind) als coronabedingte Kapazitätsreduktionen anerkannt; das Hygienekonzept muss als Teil der Registrierung spätestens bis zum Tag vor dem Veranstaltungsdatum eingereicht werden. Sofern die Kapazitätsreduktion mindestens 20% beträgt, kann der Veranstalter die Wirtschaftlichkeitshilfe beantragen.

2. Zeitraumbezogener Antrag

Kinos führen mehr als 5 Veranstaltungen / Vorführungen im Monat durch. Deshalb können sie einen zeitraumbezogenen Antrag stellen. Dieser kann pro Monat oder Quartal gestellt werden. Wir empfehlen den Monatszeitraum, weil Gelder erst rückwirkend nach Abrechnung der realen Einnahmen und Ausgaben des Zeitraums gezahlt werden.

Die Abwicklung erfolgt in 2 Schritten:
1. Die Registrierung im Online-Portal muss vor dem Antragszeitraum liegen. Bei der Registrierung kann man noch stark mit „Schätzungen“ arbeiten. Es geht nicht darum, schon ganz genau zu erklären, wie viele Zuschauer man erwartet.
2. Erst beim eigentlichen Antrag werden dann im nachhinein die tatsächlichen Zuschauer bestimmt und der durchschnittliche Eintrittspreis bereichnet.

3. Höhe der Förderung

Für die Erstattung der zusätzlichen Tickets gilt der durchschnittliche Eintrittspreis. Die Förderung ist gedeckelt auf die Veranstaltungskosten. (Förderung = Veranstaltungskosten – Einnahmen). Beim zeitraumbezogenen Antrag können die Kosten für den Zeitraum angegeben werden, müssen also nicht einer einzelnen Vorführung zugeordnet werden.

Eine Liste mit allen anrechnungsfähigen Kosten findet sich hier:
https://sonderfonds-kulturveranstaltungen.de/faq#foerderfaehig_liste
Hinzu kommt eine Organisationspauschale von 10%.

Bei den Einnahmen sind nicht nur Ticketeinnahmen, sondern auch Nebeneinnahmen anzugeben. Entsprechend können aber auch die Kosten für den Wareneinkauf angegeben werden.

Auf die „Sonderfonds-Tickets“ ist keine FFA Abgabe abzuführen, da es sich nicht um Einnahmen aus realen Ticketverkäufen handelt. Da eine Branchenvereinbarung mit den Verleihverbänden nicht zustande gekommen ist, fallen auf die „Sonderfonds-Tickets“ auch keine Verleihgebühren an.

Übersteigen die Einnahmen aus realen Tickets, „Sonderfonds-Tickets“ und Nebeneinkünften die Ausgaben wird entsprechend bei den „Sonderfonds-Tickets“ gekürzt. Werden nur wenige reale Tickets verkauft und reichen die zusätzlichen „Sonderfonds-Tickets“ nicht aus, um die Kosten zu decken, ist es das Risiko des Kinos.

4. Verfahren

a) Zunächst muss man im Voraus für den Zeitraum die Anzahl der Veranstaltungen registrieren und die erwarteten Einnahmen und Ausgaben schätzen.
b) Im Nachgang werden dann die realen Zahlen eingetragen und der eigentlich rechtsverbindliche Antrag gestellt. Liegt die Fördersumme aus „Sonderfonds-Tickets“ im Zeitraum über 100.000 Euro muss ein „prüfender Dritter“ (also Steuerberater) wie bei der Überbrückungshilfe die Zahlen bestätigen.
c) Die Förderung wird dann rückwirkend ausgezahlt.

5. Das Verhältnis zu anderen Förderungen

Da auch beim Sonderfonds nur eine Förderung bis zur Höhe der Veranstaltungskosten erfolgen kann, wird diese Förderung mit allen anderen Corona-Förderungen (Überbrückungshilfe III-IV und Landesprogramme) verrechnet.

Nicht angerechnet werden Kinoprogrammpreise, die Förderung von Europa Cinemas und Investitionsförderungen der FFA oder aus dem Zukunftsprogramm, da sie nicht als veranstaltungsbezogen gelten und auch keinen „Corona-Bezug“ haben.

Sonderfonds oder Überbrückungshilfe?

Es ist wichtig, sich Gedanken zu machen, wie viele reale Zuschauer man in den nächsten Wochen/Monaten erwartet. Je höher der Umsatzrückgang gegenüber dem Vergleichsmonat 2019 und je geringer die erwarteten Besucherzahlen, desto eher lohnt sich die Überbrückungshilfe IV. Ist die zu erwartende Besucherzahl dagegen einigermaßen hoch, lohnt sich der Sonderfonds mit einer freiwilligen Kapazitätsbeschränkung um mindestens 20%, denn dann werden diese Ticketerlöse bis zur Höhe der Fixkosten zum Ausgleich der Verluste verdoppelt.

Wichtig ist auch, die jeweiligen Listen mit den erstattungsfähigen Kosten zu vergleichen und für sich die beste Lösung herauszusuchen. (siehe Links oben)