Förderprogramme

Bund

1. Überbrückungshilfe II – November- und Dezemberhilfe

Die Überbrückungshilfe II ermöglicht betroffenen Unternehmen mit Umsatzeinbußen von September bis Dezember 2020 eine Förderung der Fixkosten zu bekommen:
Die Überbrückungshilfe (2. Phase) erstattet einen Anteil in Höhe von
90 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch > 70 Prozent
60 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 50 Prozent und ≤ 70 Prozent
40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 30 Prozent und < 50 Prozent
im Fördermonat im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bei Unternehmen, die zwischen dem 1. September 2019 und dem 31. Oktober 2019 gegründet worden sind, sind die Monate November 2019 bis Februar 2020 zum Vergleich heranzuziehen.

Für die Kinos, die ja im November und Dezember gänzlich geschlossen waren gibt es die so genannte November- und Dezemberhilfe. Die Betroffenen erhalten Hilfe – in Form von Zuschüssen von 75 Prozent ihres entsprechenden durchschnittlichen Umsatzes im November und Dezember 2019, tageweise anteilig für die Dauer des Corona-bedingten Lockdowns.

Lin für Anträge: https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Novemberhilfe/novemberhilfe.html

Die Anträge können bis zum 31. März 2021 von einem „prüfenden Dritten“ also einem beim Antragsportal zugelassenen Steuerberater, Wirtschafts- oder Buchprüfer gestellt werden.

https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de

 

2. Überbrückungshilfe III – Januar bis Juni 2021

Auch wenn die Kinos im Januar weiter geschlossen bleiben, greift wieder das Prinzip der Überbrückungshilfe, also ein Fixkostenzuschuss.

Erstattet werden:

bis zu 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch
bis zu 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei 50 Prozent bis 70 Prozent Umsatzeinbruch
bis zu 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei mindestens 30 Prozent Umsatzeinbruch
(Umsatzeinbruch jeweils im Vergleich zum Vergleichsmonat des Jahres 2019). Junge Unternehmen können andere Umsatzzahlen heranziehen (Infos dazu hier).

Förderhöchstbetrag pro Monat: 1,5 Millionen Euro (bisher 50.000 Euro; Erhöhung auf 3 Millionen Euro für Verbundunternehmen in Vorbereitung), im Rahmen der Höchstgrenzen der EU-Beihilferegeln.

Mehr Fixkosten erstattungsfähig: z.B. auch bauliche Modernisierungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen bis zu 20.000 Euro pro Monat zur Umsetzung von Hygienekonzepten (auch rückwirkend bis März 2020); Investitionen in Digitalisierung (z.B. Aufbau eines Onlineshops, Eintrittskosten bei großen Plattformen) einmalig bis zu 20.000 Euro.

Wichtig für die Kulturbranche:
Zusätzlich zu den übrigen förderfähigen Kosten werden für die Veranstaltungs- und Kulturbranche auch die Ausfall- und Vorbereitungskosten für geschäftliche Aktivitäten im Zeitraum von März bis Dezember 2020 erstattet. Dabei sind sowohl interne projektbezogene (v. a. Personalaufwendungen) als auch externe Kosten (etwa Kosten für beauftragte Dritte (z. B. Grafiker/in) förderfähig.

Wenn ihr also z.B. Programmhefte oder Flyer für Events vorbereitet habt, die dann nicht stattgefunden haben, kann dies hier geltend gemacht werden, sofern es nicht schon bei der Beantragung der Hilfen im vergangenen Jahr in Ansatz gebracht wurde.

Die Anträge können bis zum 31. August 2021 von einem „prüfenden Dritten“ also einem beim Antragsportal zugelassenen Steuerberater, Wirtschafts- oder Buchprüfer gestellt werden.

https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Redaktion/DE/Artikel/ueberbrueckungshilfe-iii.html?nn=1869828

 


 

Die Zukunftsprogramme im Überblick:

Es gibt drei Zukunftsprogramme der BKM, die für Kinos wichtig sind:

Zukunftsprogramm I (Ausstattung 2021: 30 Mio. Euro)

Dieses Programm ist die Fortsetzung des im März 2020 gestarteten Investitionsprogramms. Es richtet sich an Kinos in Gemeinden bis 50.000 Einwohner oder Filmtheater, die einen Kinoprogrammpreis des Bundes, des Kinemathekenverbundes oder eines Landes erhalten haben.

Für Investitionen in die Kinoinfrastruktur werden bis zu 80% Zuschuss gewährt, höchstens jedoch 60.000 Euro für Kinos mit einem Saal bzw. 45.000 Euro pro Leinwand für Kinos ab zwei Sälen.

Seit dem 20.02.2021 ist das Programm ausgeschöpft! Neue Anträge sind derzeit nicht mehr möglich!

https://www.ffa.de/zukunftsprogramm-kino-i.html

 

Zukunftsprogramm II (10 Mio. Euro):

Das Zukunftsprogramm Kino II fördert Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie sowie zukunftsgerichtete Investitionen zur Stärkung der Attraktivität der Kinos bei Wiedereröffnung und Weiterbetrieb. Es richtet sich an alle Kinotypen, die nicht unter das Zukunftsprogramm I fallen.

Anträge sind bei der FFA zu stellen: https://www.ffa.de/zukunftsprogramm-kino-ii-1.html

 

Zukunftsprogramm III (50 Mio. Euro):

Dieses Programm wird für die Kinos 2021 besonders wichtig. Denn es soll so ausgestaltet werden, dass es alle Spielstätten bei der Wiedereröffnung mit einem Festbetrag unterstützt. Wesentlich ist, dass die Kinos geöffnet sind, denn gefördert werden die spielbedingten Sach- und Personalkosten, Werbung, Marketing, Kommunikation, Kulturelle Filmarbeit und alles was zum Betrieb eines Kinos gehört. Und das ganz unabhängig von einem Liquiditätsengpass oder Umsatzeinbrüchen.

Derzeit arbeiten wir mit der BKM zusammen an der Ausgestaltung dieses Programmes. Dabei geht es um die Höhe der Förderung pro Spielstätte, aber auch um den Zeitpunkt des Programms damit die Mittel der BKM nicht mit der Überbrückungshilfe verrechnet werden müssen und damit eine Förderung die andere aufhebt.


FFA

Das Präsidium der FFA hat in seiner Sitzung am 10.12.2020 die Verlängerung der Stundungen bis zum 30.06.2021 beschlossen. Dies soll den KinobetreiberInnen – unabhängig von der in den Ausführungsverordnungen der einzelnen Bundesländer festgelegten Dauer der Schließung – in dieser schwierigen Phase während der Pandemie weitere Planungssicherheit geben.

Die Regelungen vom 22.06.2020 gelten analog, d.h. bereits gewährte Stundungen werden bis zum 30.06.2021 automatisch verlängert und auch die ab 01.01.2021 fällige laufende Filmabgabe – ausgenommen Autokinos – gestundet.

Ebenso können Tilgungsraten für gewährte Darlehen mit Zahlungszielen bis Juni 2021, die noch nicht gestundet wurden, bis zum 30.06.2021 auf formlosen Antrag gestundet werden. Wir bitten um Verständnis, dass es in diesem Fall einer kurzen Begründung (gern per E-Mail) bedarf. Über den Antrag werden wir im Einzelfall unbürokratisch und zeitnah befinden.

Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass die Meldepflicht unabhängig von gewährten Stundungen weiterhin bestehen bleibt, d.h. die Meldungen der Umsatz- und Besucherzahlen sind bis zum 10. des Folgemonats abzugeben.


Länder

1. Anlaufhilfe II in Bayern

Im Mai dieses Jahres hatte die Bayerische Staatsregierung schon in einem ersten Schritt Kino-Anlaufhilfen in Höhe von 12 Millionen Euro beschlossen. Diese Hilfe wurde von den Filmtheatern sehr gut angenommen. Inzwischen sind rund 8,3 Millionen Euro bewilligt. Diese Unterstützungsmaßnahme war ursprünglich bis Ende des Jahres befristet. Nun wird das Programm bis 30. Juni 2021 fortgeführt und um weitere 12 Millionen Euro aufgestockt.

Der jeweilige Höchstbetrag der Kino-Anlaufhilfe wird anhand einer Staffelung nach den verfügbaren Kinoleinwänden pro Kinospielstätte sowie nach Maßgabe folgender Berechnungsformeln errechnet:

  • je einer Kinospielstätte mit einer bis drei Kinoleinwänden: 0,70 Euro pro Anzahl der im Jahr 2019 verkauften Kinoeintrittskarten (Tickets)
  • je einer Kinospielstätte mit vier bis acht Kinoleinwänden: 0,55 Euro pro Anzahl der im Jahr 2019 verkauften Kinoeintrittskarten (Tickets)
  • je einer Kinospielstätte mit neun oder mehr Kinoleinwänden: 0,40 Euro pro Anzahl der im Jahr 2019 verkauften Kinoeintrittskarten (Tickets)

Die konkrete Auszahlung orientiert sich dann an dem nachgewiesenen Liquiditätsengpass.

Die Anträge können bis zum 31.05.2021 gestellt werden.

Weitere Infos: coronahilfe-kino.bayern.de


2. Kinohilfe in Nordrhein-Westfalen

Die Landesregierung stellt 15 Millionen Euro zur Verfügung und setzt das Hilfsprogramm „Film ab NRW“ auf. Ab sofort bis 31. Mai 2021 können die Billigkeitsleistungen unter folgendem Link beantragt werden:

https://www.ptj.de/projektfoerderung/film-ab-nrw

Vorgesehen ist wie in Bayern eine Staffelung der Förderung nach Besucher*innen in 2019:

  • je einer Kinospielstätte mit einer bis zwei Kinoleinwänden: 1,00 Euro pro Anzahl der im Jahr 2019 verkauften Kinoeintrittskarten (Tickets)
  • je einer Kinospielstätte mit drei bis sechs Kinoleinwänden: 0,80 Euro pro Anzahl der im Jahr 2019 verkauften Kinoeintrittskarten (Tickets)
  • je einer Kinospielstätte mit sieben bis neun Kinoleinwänden: 0,60 Euro pro Anzahl der im Jahr 2019 verkauften Kinoeintrittskarten (Tickets)
  • je einer Kinospielstätte mit zehn oder mehr Kinoleinwänden: 0,30 Euro pro Anzahl der im Jahr 2019 verkauften Kinoeintrittskarten (Tickets)

Die genauen Antragsformalitäten werden aber noch bekannt gegeben. Das Programm startet erst, wenn Kinos wieder öffnen können und soll so angelegt sein, dass die Gelder nicht mit Bundesmitteln verrechnet werden müssen.


3.  Kinohilfen in Schleswig-Holstein

Im September hatte das Land eine Kinohilfe in Höhe von 2 Mio. Euro angekündigt. Nun wird das Programm umgesetzt und die Gelder können beantragt werden.

Die Höhe der Finanzhilfe bemisst sich anhand der erfassten Ticketverkäufe von August bis Oktober des Vorjahres. Als Einnahmen werden die Ticketerlöse im gleichen Zeitraum in 2020 gegengerechnet. Aus der errechneten Differenz ergibt sich die Anzahl der verlorengegangenen Zuschauer:innen. Zum Ausgleich wird für jede:n Besucher:in ein Festbetrag in Höhe von 2,50 Euro ausgezahlt – bis zu einer Höchstsumme von 50.000 Euro pro Kino. Kleinere Kinos mit nur einer Leinwand erhalten zusätzlich einen Ausgleichsbetrag von monatlich 2.500 Euro (pauschal 7.500 Euro als Sockelbetrag).

Die Anträge für das neue Landesprogramm können ab sofort per Mail bei der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein eingereicht werden.

Filmwerkstatt Kiel
Dänische Straße 15
24103 Kiel
E-Mail: mueller@ffhsh.de


 

4. Kinohilfsprogramm in Niedersachsen

Um die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern, unterstützt das niedersächsische Wirtschaftsministerium Kinos, Veranstaltungswirtschaft und Schaustellergewerbe mit insgesamt 50 Millionen Euro. Sieben Millionen Euro innerhalb des Programms sind speziell für die Kinos in Niedersachsen reserviert. Voraussetzung für eine Förderung ist die Bewilligung der Überbrückungshilfe II des Bundes.

Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft erhalten für die Monate April bis Dezember 2020 einen pauschalierten Umsatzverlustausgleich in Höhe von bis zu zehn Prozent des Vorjahresumsatzes. Um gerade sehr kleine Unternehmen zu unterstützen, werden die ersten 100.000 Euro Umsatzverlust mit einem Ausgleich von 15 Prozent gefördert.

Die maximale Fördersumme beträgt pro Unternehmen 50.000 Euro. Die Förderung läuft bis 30. Juni 2021. Wer Novemberhilfe oder Dezemberhilfe erhält – und damit eine Unterstützung in Höhe von 75 Prozent des Vorjahresumsatzes – erhält für diesen Zeitraum keine Landesförderung.

Link mit Infos zur Antragstellung: https://www.nbank.de/Unternehmen/Investition-Wachstum/Aufstockung-Überbrückungshilfe/index.jsp

 


5. Berlin: Soforthilfe IV 4.0

Der Kultur- und Medienbereich ist eine durch die Corona-Einschränkungen besonders hart getroffene Branche. Auch bei positiver Entwicklung der Pandemie ist für diese Unternehmen in den nächsten Monaten mit weiteren Einschränkungen zu rechnen. Mit insgesamt 25 Millionen Euro wurden kleine und mittlere Kulturbetriebe und Medienunternehmen bisher aus Mitteln der Soforthilfe IV unterstützt. Das Programm hat sich als erfolgreiches und effektives Instrument erwiesen.

Um bei pandemisch bedingter drohender Existenzgefährdung weiterhin Hilfe auf Landesebene anbieten zu können, geht das Programm Soforthilfe IV mit einem Förderzeitraum von März bis Juni 2021 in eine vierte Runde.

Neu ist in der vierten Programmrunde der Prozess: Die Beantragung der Soforthilfe IV 4.0 ist nicht mehr direkt, sondern nachgelagert über die Überbrückungshilfe III möglich. Es muss daher zunächst – bis 31. März 2021 – ein Antrag auf Überbrückungshilfe III des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gestellt werden. Im Anschluss setzen die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und die Senatskanzlei in Zusammenarbeit mit der IBB ein Interessenbekundungsverfahren für die Soforthilfe IV 4.0 um, Auszahlungen aus der Soforthilfe IV 4.0 erfolgen voraussichtlich ab Mai 2021. Darüber hinaus sind Antragstellende gehalten zu prüfen, ob weitere Hilfsmaßnahmen des Bundes oder des Landes Berlins vorrangig genutzt werden können.

Gefördert werden kleine und mittlere Kulturbetriebe und Medienunternehmen, die nicht regelmäßig oder nicht überwiegend öffentlich gefördert werden, auf professioneller Basis arbeiten und landesweite Ausstrahlung haben. Sie müssen mindestens 2 Beschäftigte im Vollzeitäquivalent vorweisen können und der jährliche Umsatz darf 10 Millionen Euro nicht überschreiten.

Die Entscheidungen erfolgen auf Basis der Relevanz der Unternehmen für das Kulturleben in der Stadt und den Medienstandort Berlin sowie hinsichtlich betriebswirtschaftlicher Betrachtung unter Einbindung externer Wirtschaftsprüfer.

Antragsberechtigt sind im Medienbereich Kinos, Unternehmen im Bereich Herstellung von Filmen, Videofilmen und Fernsehprogrammen (hierzu zählen ausschließlich Unternehmen, die „kreativ an der Produktion“ von programmfüllenden Kino- und Fernsehfilmen beteiligt sind), Nachbearbeitung und sonstige Filmtechnik inklusive Synchronstudios und VFX-Unternehmen, Filmverleih und –vertrieb (ohne Videotheken) von programmfüllenden Kino- und Fernsehfilmen sowie Hörfunk- und Fernsehveranstalter.

Für Fragen zur Antragsstellung, die über den FAQ-Katalog hinausgehen, steht unser erfahrener Partner, das Beratungszentrum Kreativ Kultur Berlin der Kulturprojekte Berlin GmbH über das Kontaktformular der IBB zur Verfügung.

FAQs: https://www.ibb.de/de/coronahilfen/faq/faq-soforthilfe-4-4.html

T +49 30 247 49 -778 / F -710
S.Langnese@kulturprojekte.berlin


Weitere Bundesländer:

Der Verband ist derzeit konkret mit folgenden Bundesländern bezüglich Kinohilfen in Gesprächen: Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.
In allen anderen Bundesländern gibt es Kontakte und die Forderung, die Hilfen nach dem Vorbild Bayern/NRW zu entwickeln.