Förderprogramme

Bund

Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen (2,5 Mrd. Euro)

Seit dem 01.07.21 können Kinobetreiber über den Sonderfonds Kulturveranstaltungen ebenfalls eine Erstattung aller veranstaltungsbezogenen Kosten beantragen. https://sonderfonds-kulturveranstaltungen.de/index.html

Das Programm endet am 31.12.2022.

Das wichtigste in Kürze:

1. Grundsatz

Wenn ein Kinobetreiber nachweist, dass er eine Kapazitätsbegrenzung von mindestens 20% aufgrund von Corona-Maßnahmen hat (Abstandsregeln oder Personenobergrenzen), so bekommt er für jedes real verkaufte Ticket den Preis eines weiteren Tickets erstattet. Kann er nur unter 25% seiner Plätze belegen bekommt er für jedes real verkaufte Ticket zwei weitere Tickets erstattet.

Problem: Was passiert, wenn die jeweiligen Corona-Verordnungen eine 100% Auslastung möglich machen?
Für Veranstaltungen ab 2. April 2022 werden auch freiwillige Maßnahmen des Veranstalters auf Grundlage eines bei der Registrierung verbindlichen Hygienekonzepts (d.h. Maßnahmen, die nicht aufgrund öffentlich-rechtlicher Bestimmungen zwingend sind) als coronabedingte Kapazitätsreduktionen anerkannt; das Hygienekonzept muss als Teil der Registrierung spätestens bis zum Tag vor dem Veranstaltungsdatum eingereicht werden. Sofern die Kapazitätsreduktion mindestens 20% beträgt, kann der Veranstalter die Wirtschaftlichkeitshilfe beantragen.

2. Zeitraumbezogener Antrag

Kinos führen mehr als 5 Veranstaltungen / Vorführungen im Monat durch. Deshalb können sie einen zeitraumbezogenen Antrag stellen. Dieser kann pro Monat oder Quartal gestellt werden. Wir empfehlen den Monatszeitraum, weil Gelder erst rückwirkend nach Abrechnung der realen Einnahmen und Ausgaben des Zeitraums gezahlt werden.

Die Abwicklung erfolgt in 2 Schritten:
1. Die Registrierung im Online-Portal muss vor dem Antragszeitraum liegen. Bei der Registrierung kann man noch stark mit „Schätzungen“ arbeiten. Es geht nicht darum, schon ganz genau zu erklären, wie viele Zuschauer man erwartet.
2. Erst beim eigentlichen Antrag werden dann im nachhinein die tatsächlichen Zuschauer bestimmt und der durchschnittliche Eintrittspreis bereichnet.

3. Höhe der Förderung

Für die Erstattung der zusätzlichen Tickets gilt der durchschnittliche Eintrittspreis. Die Förderung ist gedeckelt auf die Veranstaltungskosten. (Förderung = Veranstaltungskosten – Einnahmen). Beim zeitraumbezogenen Antrag können die Kosten für den Zeitraum angegeben werden, müssen also nicht einer einzelnen Vorführung zugeordnet werden.

Eine Liste mit allen anrechnungsfähigen Kosten findet sich hier:
https://sonderfonds-kulturveranstaltungen.de/faq#foerderfaehig_liste
Hinzu kommt eine Organisationspauschale von 10%.

Bei den Einnahmen sind nicht nur Ticketeinnahmen, sondern auch Nebeneinnahmen anzugeben. Entsprechend können aber auch die Kosten für den Wareneinkauf angegeben werden.

Auf die „Sonderfonds-Tickets“ ist keine FFA Abgabe abzuführen, da es sich nicht um Einnahmen aus realen Ticketverkäufen handelt. Da eine Branchenvereinbarung mit den Verleihverbänden nicht zustande gekommen ist, fallen auf die „Sonderfonds-Tickets“ auch keine Verleihgebühren an.

Übersteigen die Einnahmen aus realen Tickets, „Sonderfonds-Tickets“ und Nebeneinkünften die Ausgaben wird entsprechend bei den „Sonderfonds-Tickets“ gekürzt. Werden nur wenige reale Tickets verkauft und reichen die zusätzlichen „Sonderfonds-Tickets“ nicht aus, um die Kosten zu decken, ist es das Risiko des Kinos.

4. Verfahren

a) Zunächst muss man im Voraus für den Zeitraum die Anzahl der Veranstaltungen registrieren und die erwarteten Einnahmen und Ausgaben schätzen.
b) Im Nachgang werden dann die realen Zahlen eingetragen und der eigentlich rechtsverbindliche Antrag gestellt. Liegt die Fördersumme aus „Sonderfonds-Tickets“ im Zeitraum über 100.000 Euro muss ein „prüfender Dritter“ (also Steuerberater) wie bei der Überbrückungshilfe die Zahlen bestätigen.
c) Die Förderung wird dann rückwirkend ausgezahlt.

5. Das Verhältnis zu anderen Förderungen

Da auch beim Sonderfonds nur eine Förderung bis zur Höhe der Veranstaltungskosten erfolgen kann, wird diese Förderung mit allen anderen Corona-Förderungen (Überbrückungshilfe III-IV und Landesprogramme) verrechnet.

Nicht angerechnet werden Kinoprogrammpreise, die Förderung von Europa Cinemas und Investitionsförderungen der FFA oder aus dem Zukunftsprogramm, da sie nicht als veranstaltungsbezogen gelten und auch keinen „Corona-Bezug“ haben.