Förderprogramme

Bund

Überbrückungshilfe III plus – bis 31. März 2022

Seit 15.06. greift die Überbrückungshilfe III plus, die noch einmal gegenüber der ursprünglichen Hilfe erweitert wurde. Anträge können bis zum 31.03.22 gestellt werden. Ebenso ist der Förderzeitraum bis 31.03.22 verlängert worden.

Alle Infos finden sich hier: https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Redaktion/DE/Artikel/ueberbrueckungshilfe-iii-plus.html

Voraussetzung ist ein Umsatzrückgang von mindestens 30 Prozent in jedem Monat im Zeitraum Juli bis Dezember 2021, für den der Fixkostenzuschuss beantragt wird, bezogen auf den Vergleichszeitraum 2019.

Erstattet werden:

bis zu 100 % der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch > 70 %
bis zu 60 % der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 50 % und ≤ 70 %
bis zu 40 % der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 30 % und < 50 %
im Fördermonat im Vergleich zum entsprechenden Monat des Jahres 2019.

Förderhöchstbetrag pro Monat: 10 Millionen Euro.

Welche Fixkosten erstattet werden, findet sich hier: https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Redaktion/DE/FAQ/FAQ-Ueberbruckeungshilfe-III-Plus/faq-2-4.html

Personalkosten werden mit 20% der sonstigen förderfähigen Fixkosten pauschal abgegolten.

Eigenkapitalzuschuss (zusätzlich zu Fixkostenerstattung):

Für Unternehmen, Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb mit einem monatlichen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent innerhalb des Zeitraums von November 2020 bis Dezember 2021 werden folgende Aufschläge auf die Überbrückungshilfe III Plus im jeweiligen Monat des Erreichens der Schwelle gewährt:

25 Prozent auf die Summe der Fixkostenerstattung bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 Prozent in drei Monaten,
35 Prozent auf die Summe der Fixkostenerstattung bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 Prozent in vier Monaten,
40 Prozent auf die Summe der Fixkostenerstattung bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 Prozent in fünf oder mehr Monaten.
Die entsprechenden Monate müssen nicht unmittelbar aufeinander folgen. Es werden nur Monate berücksichtigt, für die Überbrückungshilfe III und Überbrückungshilfe III Plus beantragt wurde. Bei Unternehmen, die November- und/oder Dezemberhilfe erhalten, wird im jeweiligen Monat November und/oder Dezember ein Umsatzrückgang von 50 Prozent angenommen.

Wichtig für die Kulturbranche:

Projektbezogene und externe Ausfall- und Vorbereitungskosten im Zeitraum Januar bis August 2021 bei Corona-bedingten Absagen können beantragt werden. Auch eine Anschubhilfe von bis zu 20 Prozent der im Referenzmonat 2019 angefallenen Lohnsumme für jeden Fördermonat (maximal 2 Millionen Euro im Rahmen der Überbrückungshilfe III und Überbrückungshilfe III Plus) kann weiterhin (für die Fördermonate Juli bis September alternativ zur neuen „Restart-Prämie“) veranschlagt werden.

Die Anträge können bis zum 31. März 2021 von einem „prüfenden Dritten“ also einem beim Antragsportal zugelassenen Steuerberater, Wirtschafts- oder Buchprüfer gestellt werden.

Neustarthilfe Plus

Mit dem Programm Neustarthilfe Plus werden Soloselbstständige, Kapitalgesellschaften, Genossenschaften, unständig Beschäftigte sowie kurz befristete Beschäftigte in den Darstellenden Künsten bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in den Förderzeiträumen Juli bis September und Oktober bis Dezember 2021 unterstützt. Der Vorschuss (Betriebskostenpauschale) wurde im Vergleich zur Neustarthilfe auf maximal 4.500 Euro für Soloselbstständige und Ein-Personen-Kapitalgesellschaften und auf bis zu 18.000 Euro für Mehr-Personen-Kapitalgesellschaften und Genossenschaften im gesamten Bezugszeitraum erhöht. Den Antrag können die Betroffenen selbst oder prüfende Dritte stellen.

Anträge auf Neustarthilfe Plus Oktober bis Dezember 2021 können bis 31. Dezember 2021 eingereicht werden.

Weitere Informationen finden sich hier: https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Neustarthilfen/Neustarthilfe-Plus-Q4/neustarthilfe-plus-q4.html

Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen (2,5 Mrd. Euro)

Seit dem 01.07.21 können Kinobetreiber über den Sonderfonds Kulturveranstaltungen ebenfalls eine Erstattung aller veranstaltungsbezogenen Kosten beantragen. https://sonderfonds-kulturveranstaltungen.de/index.html

Das wichtigste in Kürze:

1. Grundsatz

Wenn ein Kinobetreiber nachweist, dass er eine Kapazitätsbegrenzung von mindestens 20% aufgrund von Corona-Maßnahmen hat (Abstandsregeln oder Personenobergrenzen), so bekommt er für jedes real verkaufte Ticket den Preis eines weiteren Tickets erstattet. Kann er nur unter 25% seiner Plätze belegen bekommt er für jedes real verkaufte Ticket zwei weitere Tickets erstattet.

Problem: Was passiert, wenn die jeweiligen Corona-Verordnungen eine 100% Auslastung möglich machen?
Für Veranstaltungen ab dem 8. Oktober 2021 werden auch freiwillige Maßnahmen des Veranstalters auf Grundlage eines bei der Registrierung verbindlichen Hygienekonzepts (d.h. Maßnahmen, die nicht aufgrund öffentlich-rechtlicher Bestimmungen zwingend sind) als coronabedingte Kapazitätsreduktionen anerkannt; das Hygienekonzept muss als Teil der Registrierung spätestens bis zum Tag vor dem Veranstaltungsdatum eingereicht werden. Sofern die Kapazitätsreduktion mindestens 20% beträgt, kann der Veranstalter die Wirtschaftlichkeitshilfe beantragen.

2. Zeitraumbezogener Antrag

Kinos führen mehr als 5 Veranstaltungen / Vorführungen im Monat durch. Deshalb können sie einen zeitraumbezogenen Antrag stellen. Dieser kann pro Monat oder Quartal gestellt werden. Wir empfehlen den Monatszeitraum, weil Gelder erst rückwirkend nach Abrechnung der realen Einnahmen und Ausgaben des Zeitraums gezahlt werden.

Die Abwicklung erfolgt in 2 Schritten:
1. Die Registrierung im Online-Portal muss vor dem Antragszeitraum liegen. Also für Dezember bis 30.11.21. Bei der Registrierung kann man noch stark mit „Schätzungen“ arbeiten. Es geht nicht darum, schon ganz genau zu erklären, wie viele Zuschauer man erwartet.
2. Erst beim eigentlichen Antrag werden dann im nachhinein die tatsächlichen Zuschauer bestimmt und der durchschnittliche Eintrittspreis bereichnet.

3. Höhe der Förderung

Für die Erstattung der zusätzlichen Tickets gilt der durchschnittliche Eintrittspreis. Die Förderung ist gedeckelt auf die Veranstaltungskosten. (Förderung = Veranstaltungskosten – Einnahmen). Beim zeitraumbezogenen Antrag können die Kosten für den Zeitraum angegeben werden, müssen also nicht einer einzelnen Vorführung zugeordnet werden.

Eine Liste mit allen anrechnungsfähigen Kosten findet sich hier:
https://sonderfonds-kulturveranstaltungen.de/faq#foerderfaehig_liste
Hinzu kommt eine Organisationspauschale von 10%.

Bei den Einnahmen sind nicht nur Ticketeinnahmen, sondern auch Nebeneinnahmen anzugeben. Entsprechend können aber auch die Kosten für den Wareneinkauf angegeben werden.

Auf die „Sonderfonds-Tickets“ ist keine FFA Abgabe abzuführen, da es sich nicht um Einnahmen aus realen Ticketverkäufen handelt. Da eine Branchenvereinbarung mit den Verleihverbänden nicht zustande gekommen ist, fallen auf die „Sonderfonds-Tickets“ auch keine Verleihgebühren an.

Übersteigen die Einnahmen aus realen Tickets, „Sonderfonds-Tickets“ und Nebeneinkünften die Ausgaben wird entsprechend bei den „Sonderfonds-Tickets“ gekürzt. Werden nur wenige reale Tickets verkauft und reichen die zusätzlichen „Sonderfonds-Tickets“ nicht aus, um die Kosten zu decken, ist es das Risiko des Kinos.

4. Verfahren

a) Zunächst muss man im Voraus für den Zeitraum die Anzahl der Veranstaltungen registrieren und die erwarteten Einnahmen und Ausgaben schätzen.
b) Im Nachgang werden dann die realen Zahlen eingetragen und der eigentlich rechtsverbindliche Antrag gestellt. Liegt die Fördersumme aus „Sonderfonds-Tickets“ im Zeitraum über 100.000 Euro muss ein „prüfender Dritter“ (also Steuerberater) wie bei der Überbrückungshilfe die Zahlen bestätigen.
c) Die Förderung wird dann rückwirkend ausgezahlt.

5. Das Verhältnis zu anderen Förderungen

Da auch beim Sonderfonds nur eine Förderung bis zur Höhe der Veranstaltungskosten erfolgen kann, wird diese Förderung mit allen anderen Corona-Förderungen (Überbrückungshilfe III und Landesprogramme) verrechnet.

Nicht angerechnet werden Kinoprogrammpreise, die Förderung von Europa Cinemas und Investitionsförderungen der FFA oder aus dem Zukunftsprogramm, da sie nicht als veranstaltungsbezogen gelten und auch keinen „Corona-Bezug“ haben.

Sonderfonds oder Überbrückungshilfe III?

Es ist wichtig, sich Gedanken zu machen, wie viele reale Zuschauer man in den nächsten Monaten erwartet. Geht man auch weiterhin von einem Umsatzminus von über 70% gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 aus, so kann die Ü III sinnvoller sein, weil man dort 100% der Fixkosten erstattet bekommt. (Allerdings nur 20% Personalkostenpauschale). Beim Sonderfonds wäre es auf die tatsächlich verkauften Tickets beschränkt.

Wichtig ist auch, die jeweiligen Listen mit den erstattungsfähigen Kosten zu vergleichen und für sich die beste Lösung herauszusuchen. (siehe Links oben)

 


Die Zukunftsprogramme im Überblick:

Zukunftsprogramm I (Ausstattung 2022: 30 Mio. Euro)

Dieses Programm ist die Fortsetzung des im März 2020 gestarteten Investitionsprogramms. Es richtet sich an Kinos in Gemeinden bis 50.000 Einwohner oder Filmtheater, die einen Kinoprogrammpreis des Bundes, des Kinemathekenverbundes oder eines Landes erhalten haben.

Für Investitionen in die Kinoinfrastruktur werden bis zu 80% Zuschuss gewährt, höchstens jedoch 60.000 Euro für Kinos mit einem Saal bzw. 45.000 Euro pro Leinwand für Kinos ab zwei Sälen.

Die nächste Runde beginnt im Januar 2022. Da die Anträge nach Eingang bearbeitet werden empfiehlt sich eine frühzeitige Vorbereitung und Einreichung am 1. Januar 2022.

https://www.ffa.de/zukunftsprogramm-kino-i.html

Zukunftsprogramm II (10 Mio. Euro):

Das Zukunftsprogramm Kino II fördert Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie sowie zukunftsgerichtete Investitionen zur Stärkung der Attraktivität der Kinos bei Wiedereröffnung und Weiterbetrieb. Es richtet sich an alle Kinotypen, die nicht unter das Zukunftsprogramm I fallen.

Anträge sind bei der FFA zu stellen: https://www.ffa.de/zukunftsprogramm-kino-ii-1.html

Der Bewilligungszeitraum wurde verlängert. Anträge können bis 31.12.21 gestellt werden.


FFA

Die pandemiebedingten Stundungen der Darlehensbeträge liefen zum 30. September 2021 aus.

Um Doppelbelastungen in der noch immer angespannten Situation zu vermeiden, sind die gestundeten Darlehensbeträge innerhalb von 12 Monaten nach der im Tilgungsplan festgesetzten letzten Tilgungsfrist zu begleichen, d.h. der Tilgungsplan verlängert sich dahingehend, dass dieser Betrag ein Jahr nach der aufgeführten letzten Tilgungsrate fällig wird.

Sollte Ihre letzte Darlehensrate gestundet worden sein, ist diese bis zum 30. September 2022 zu tilgen. Stundungszinsen werden seitens der FFA in den genannten Fällen nicht erhoben.

Es ergeht hierüber kein gesonderter Bescheid.

Es ist jederzeit möglich, auch vor den o.g. Terminen Zahlungen auf die gestundeten Beträge zu leisten.

Zu leistende Tilgungen ab dem 01. Oktober 2021 bleiben von der Regelung unberührt und sind fristgemäß vorzunehmen.

Die bisher gewährten Stundungen der Filmabgabe enden ebenfalls zum 30. September 2021 und sind mit der regulären Filmabgabe zum 10. November 2021 fällig. Für individuelle Ratenzahlungswünsche, die die Filmabgabe betreffen, können sich Kinobetreibende direkt an die FFA wenden.