Neueste Meldungen im Überblick
- 40 Jahre AG Kino – Gilde: Impressionen des Abends
- Nachruf auf Gerd Settje
- AG Kino feiert große Jubiläumsfeier in Berlin
- Kulturstaatsminister Bernd Neumann: Stärkung der Programmkinos
bleibt wichtiges kulturpolitisches Ziel - 12. Filmkunstmesse – Startschuss zur Akkreditierung
- Filme und Filmwünsche BRITFILMS #6
- KidsFilm geht im Sommer an den Start
- Berlinale 2012: Gilde-Jury zeichnet „À moi seule“ aus
- Der Berlinale-Empfang der europäischen Filmkunsttheater
- Verleiher müssen sich an digitaler Umrüstung beteiligen
- Steigende Besucherzahlen bei BRITFILMS #4
16.05.2012
40 Jahre AG Kino – Gilde: Impressionen des Abends
Gemeinsam durften wir in der vergangenen Woche eine großartige Geburtstagsfeier erleben – dafür möchten wir uns ganz herzlich bei all unseren Gästen bedanken. Die Wahrnehmung und Wertschätzung der AG Kino - Gilde e.V. durch die Filmschaffenden, die Politik und die Verbände, aber auch der Zuspruch unserer Mitglieder sind für uns alle ein Ansporn, uns weiter konsequent für die Belange der unabhängigen Arthouse-Kinos in Deutschland einzusetzen.
Impressionen des Abends

Fotos: Stefan Zeitz | www.stefan-zeitz.de
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15.05.2012
Nachruf auf Gerd Settje
Gerd Settje starb 81-jährig in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai in Bremen. Gerds Leben ging zu Ende, als die von ihm gegründete AG Kino ihr 40-jähriges Jubiläum in Berlin feierte. Ich hatte in den Tagen zuvor noch mehrmals versucht, ihn telefonisch einzuladen, da er auf Briefe nicht reagiert hatte. Jetzt weiß ich, warum es mir nicht gelang. Ich werde nun nie mehr mit ihm sprechen können, obwohl ich noch viele Fragen zu den Anfangsjahren unseres gemeinsamen Verbandes hätte, zu dem ich erst einige Jahre später kam.

Der Bremer Kollege Gerd Settje – Oldenburg ist die kleinere westliche Nachbarstadt – war für mich ein Vorbild. Er eröffnete 1969 das erste Programmkino Deutschlands, das Cinema Ostertor. Es wird heute von seinen Kindern Andrea und Thomas (mit seiner Frau Helene) betrieben. Ich erinnere mich gern an die Kinobesuche im Cinema Ostertor, in das ich Anfang der 70-er Jahre von Oldenburg aus gelegentlich fuhr. Das Programm war nämlich um Längen interessanter und innovativer als das bei meinem späteren Gilde-Kollegen Karl Born in Oldenburg.
Settje hatte mit Filmvorführungen in der berühmten Lila Eule begonnen, einem Szenelokal im Ostertorviertel. Natürlich fuhr ich aus dem sehr beschaulichen Oldenburg jener Jahre sehr häufig nach Bremen, und dann war die Lila Eule ein Muss! Hier gab es neben Kneipe und Live-Musik eben auch Filmabende, die von Gerd Settje organisiert wurden. Er zeigte absolut schräge Undergroundfilme, die er u.a. von Werner Grassmanns Hamburger Filmkooperative bezog. Als es später dann zu Terminund Programmkonflikten mit den Bandmusikern kam, zog Settje in das um die Ecke liegende Kino. Das war die Geburtsstunde des Cinema Ostertor und der Programmkinobewegung in Deutschland.
Settje und Grassmann waren dann 1972 bei der Gründung der AG Kino die beiden ersten echten Programmkinomacher. Settje bildete gemeinsam mit Grassmann den Vorstand und als ich 1987 zum AG Kino – Vorsitzenden gewählt wurde, habe ich darauf bestanden, dass beide weiterhin die Vorstandsarbeit fortsetzten. Gerd war ein leidenschaftlicher und humorvoller Verfechter der Programmkinoidee. Er vertrat die AG Kino viele Jahre im Verwaltungsrat der Filmförderungsanstalt (FFA), aus deren Sitzungen er mir viele außerordentlich skurrile Anekdoten erzählte.
In einem Interview formulierte Gerd Settje einmal das wesentliche Ziel der Programmkinos und der AG Kino: Die weit überwiegende Mehrheit der Kinobesitzer, so Settje, sei nur am Geldverdienen interessiert gewesen. Das sei eben der Grund für die Gründung der Programmkinos als kulturelle Orte gewesen. Bei ihnen stünde die Filmkultur und –vielfalt im Zentrum.
Wir, die AG Kino – Gilde e. V., und alle Programmkinos in Deutschland verlieren mit Gerd Settje einen ihrer wichtigsten Gründerväter und engagierten Kollegen
Detlef Roßmann
15. Mai 2012
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09.05.2012
40 Jahre Leidenschaft fürs Kino – AG Kino feiert große Jubiläumsfeier in Berlin
Mit 250 geladenen Gästen aus Film, Politik und Wirtschaft feierte am Dienstagabend im Heimathafen Neukölln die AG Kino–Gilde e.V., Bundesverband der Filmkunst- und Programmkinos, sein 40-jähriges Bestehen. Unter den Feierenden waren auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann, Ehrengast Hannelore Elsner sowie Iris Berben, Präsidentin der Deutschen Filmakademie.

Felix Bruder, Dr. Christian Bräuer, Dr. Detlef Roßmann, Hannelore Elsner, Iris Berben und Kulturstaatsminister Bernd Neumann. (Foto: Stefan Zeitz)
In seiner Festrede betonte der Kulturstaatsminister: „Die 300 Programmkinos in Deutschland sind Orte der Kultur, der Begegnung und der niveauvollen Unterhaltung, sie stehen mit viel Idealismus und großer Filmbegeisterung für ein breites kulturelles Spektrum in Deutschland.“ Sie seien ein Garant für die Vielfalt und die künstlerische Qualität des Kinos in Deutschland.
Dr. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der AG Kino-Gilde e.V., erinnerte an die Geburtsstunde von 1972: „Seit Ihrer Gründung stehen die Mitglieder der AG Kino für ein Kino, das sich der Welt und ihren Themen öffnet und das aus Überzeugung Risiken eingeht. Die AG Kino verbindet mutige und kenntnisreiche Cineasten, die aus Leidenschaft für starke, auch unbequeme Geschichten kämpfen.“
Iris Berben, Präsidentin der Deutschen Filmakademie, hob in ihrem Grußwort die enge Zusammenarbeit zwischen Filmschaffenden und Kino sowie ihre persönliche Verbindung mit dem Arthouse-Kino hervor, in einer sehr persönlichen und begeisternden Lesung aus ihrer Biografie „Im Überschwang“ veranschaulichte Hannelore Elsner ihre prägenden Erfahrungen in Filmkunstkinos.
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08.05.2012
Kulturstaatsminister Bernd Neumann: Stärkung der Programmkinos bleibt wichtiges kulturpolitisches Ziel
Kulturstaatsminister Bernd Neumann erklärte am heutigen Dienstagabend bei der Jubiläumsfeier „40 Jahre AG Kino – Ein Fest für das Arthouse-Kino“ in Berlin: „Die 300 Programmkinos in Deutschland sind Orte der Kultur, der Begegnung und der niveauvollen Unterhaltung, sie stehen mit viel Idealismus und großer Filmbegeisterung für ein breites kulturelles Spektrum in Deutschland. Neben ihrem Engagement für das europäische Kino der Gegenwart tragen die Programmkinos und Filmkunstverleiher auch zum erfreulichen Aufschwung des deutschen Films bei. Sie entdecken Talente und helfen jungen Filmemachern, ihr Publikum zu finden. Insgesamt sind sie ein Garant für die Vielfalt und die künstlerische Qualität des Kinos in Deutschland. Daher vergibt mein Haus jährlich die Kinoprogrammpreise mit Prämien von insgesamt 1,5 Mio. Euro für herausragende Jahresfilmprogramme.“
Der Staatsminister betonte weiter: „Im Zeitalter der großen Filmtheater-Ketten mit modernster Technik ist es mir ein wichtiges Anliegen, optimale Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass auch kleinere, in der Region verankerte Lichtspielhäuser wirtschaftlich überleben können. Um die Vielfalt der deutschen Kinolandschaft zu erhalten, habe ich eine Digitalisierungsinitiative gestartet. In meinem Haushalt sind dafür insgesamt 20 Millionen Euro vorgesehen.“
Die Arbeitsgemeinschaft Kino e.V. ist der Dachverband der Programmkinobetreiber. Sie vertritt rund 300 Kinos mit 500 Leinwänden. Die Programmkinos stehen für ein kulturell herausragendes Jahresfilmprogramm, darunter sind viele Preisträger des BKM-Kinoprogrammpreises.
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02.05.2012
12. Filmkunstmesse – Startschuss zur Akkreditierung
Der Startschuss zur Akkreditierung für die 12. Filmkunstmesse in Leipzig ist gefallen! Branchen- und Medienvertreter können sich bis zum 30. August akkreditieren. Alle Informationen zu den Akkreditierungen finden sie unter www.filmkunstmesse.de.
Unter dem Motto „Ein Fest für das Kino“ werden vom 17. bis 21.9.2012 wieder über 60 Filme von deutschen Arthouse-Verleihern in den Leipziger Messe-Kinos zu sehen sein. Wie immer warten auf die Fachbesucher auch Seminare zu aktuellen Fragen des Kinomarktes und zahlreiche Rahmenveranstaltungen, die zu Begegnung und Austausch einladen. In diesem Jahr treffen sich von Montag, den 17. bis Freitag, den 21. September 2012, über 900 Kinobetreiber, Verleiher, Produzenten, Filmemacher und Förderer zur größten Branchenveranstaltung der unabhängigen Arthouse-Kinos in Deutschland.
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05.04.2012
Filme und Filmwünsche BRITFILMS #6
Liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Kollegen, liebe Freunde des britischen Kinos,
Im September 2012 startet die 6. Ausgabe des englischsprachigen Filmfestivals BRITFILMS. Die ersten Filme stehen bereits fest.
So werden wir den mehrfachen Oscargewinner THE KING’S SPEECH über den englischen Königs George IV. zeigen, der als Stotterer mit dem Aufkommen des Rundfunks kämpft. Seine öffentlichen Auftritte werden zum Fiasko bis der unorthodoxe australische Psychologe Lionel Logue ihm hilft, sein Handicap zu überwinden. Der Film glänzt durch ein beeindruckendes Ensemble (Colin Firth, Helena Bonham-Parker, Geoffrey Rush, Guy Pearce) und ein wunderbares „Queen’s English“.
Für die Kleinsten gibt es diesmal CHICKEN RUN, ein weiterer Knetfilmklassiker der „Wallace & Gromit“-Erfinder Nick Park und Peter Lord. Inspiriert von zahlreichen Ausbruchsfilmen von „Gesprengte Ketten“ bis „Papillon“ erzählt CHICKEN RUN die Geschichte des cleveren Hühnchens Ginger, das nach zahlreichen gescheiterten Ausbruchsversuchen einen wagemutigen Plan entwirft, um die ganze Legebatterie auf einmal zu befreien.
Wir freuen uns, dass auch der britische Indiehit des letzten Jahres, SUBMARINE von Richard Aoyade im Programm von BRITFILMS #6 zu sehen sein wird. Die schräge Komödie um den introvertierten Oliver Tate handelt von erster Liebe und ersten Trennungen, peinlichen Eltern, großen Träumen, herben Enttäuschungen und einem New-Age-Guru der Olivers einigermaßen heile Welt ins Wanken bringt.
Über Vorschläge für weitere Highlights freuen wir uns. Bitte schicken Sie Ihre Filmwünsche an: britfilms@agkino.de
Kontakt:
AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater
Hendrike Bake, Christin Schubert
Rosenthaler Str. 34/35
10178 Berlin
Tel.: 030 - 257 608 40
Fa.: 030 - 257 608 43
E-Mail: britfilms@agkino.de
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22.03.2012
KidsFilm: Die Kinderfilminitiative der AG Kino – Gilde e.V. geht im Sommer an den Start
Wir freuen uns Ihnen heute mitteilen zu können, dass die Reihe „KidsFilm“ der AG Kino – Gilde e.V. Anfang Juli2012 im Rahmen des Münchner Filmfestes gestartet wird. Ab sofort können interessierte Kinos in ganz Deutschland über die AG Kino – Gilde e.V. ein Kinderfilmpaket buchen, das aus vier Langfilmen und einem Kurzfilmprogramm besteht.
Das Programm:
- CARLITOS GROSSER TRAUM (Carlitos y el campo de los sueños),
von Jesus Cerro, Preisträger Lucas Kinderfilmfest 2009 - LEON UND DIE MAGISCHEN WORTE (Kerity – La Maison des Contes),
von Dominique Monféry, Preisträger Animationsfilm Fest Annecy - PAULAS GEHEIMNIS
von Gernot Krää, Preisträger Lucas Kinderfilmfest - EMIL UND DIE DETEKTIVE
von Gerhard Lamprecht s/w-Fassung von 1931
Kurzfilmprogramm, empfohlen ab 5 Jahren (Formate: 35mm)
- BENDE SIRA (Ich bin dran), Realfilm von Ismet Ergrün
- EIN SONNIGER TAG, Zeichentrickfilm von Gil Alkabetz
- ENTE, TOD und TULPE, Zeichentrickfilm von Matthias Bruhn
- FRÜHER ODER SPÄTER (Tot ou tard) Zeichentrickfilm von Jadwiga Kowalska
- NEUNEINHALBS ABSCHIED, Realfilm von Halina Dyrschka
- SIGNALIS, Puppentrickfilm von Adrian Flückiger
Die AG Kino – Gilde e.V. möchte damit langfristig den anspruchsvollen Kinderfilm in den deutschen Kinos stärken. Kinderfilmarbeit bedeutet für die Kinos Nachwuchsarbeit, denn sowohl Kinder, als auch junge Eltern werden so auf das Kino als Ort für gute, aber anspruchsvolle Unterhaltung aufmerksam. Die AG Kino – Gilde e.V. freut sich besonders, dass die Regisseurin Caroline Link die Patenschaft für die erste Reihe übernommen hat.
Kontakt:
AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater
Rosenthaler Str. 34/35
10178 Berlin
Tel.: 030 - 257 608 40
Fa.: 030 - 257 608 43
E-Mail: kidsfilm@agkino.de
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22.02.2012
Berlinale 2012: „À moi seule“ von der Jury der AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater ausgezeichnet
Der Preis der Jury der AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater im Wettbewerb der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin 2012 geht an den französischen Film
À moi seule von Frédéric Videau
So beginnt der Film: Die 18-jährige Gaelle sieht an einer Bushaltestelle einen Steckbrief von sich selbst mit der Suche nach ihr. Nach acht Jahren konnte sie ihrem Kidnapper Vincent entfliehen und ist auf dem Weg zu ihren Eltern. Es zeigt sich, dass die Eltern ihr jahrelanges Verschwinden viel schlechter verkraftet haben als die starke junge Frau selbst. So wird sie in psychiatrische Betreuung gesteckt, aus der sie sich dann aber befreien kann, um mutig in eine Zukunft in Freiheit zu starten.
In Rückblenden erzählt der Film von dem quälenden Überlebenskampf eines erst 10-jährigen Mädchens in einem Kellerverlies ohne Fenster, das sie nur unter den Regeln des Kidnappers verlassen darf. Zwangsläufig muss sie zu diesem einen Bezug aufbauen, um Wünsche erfüllt zu bekommen. Im Lauf der Jahre gelingt es ihr aber, die „Machtverhältnisse“ dabei zu ihren Gunsten zu verschieben – dies erkennbar unter der immer stärker werdenden emotionalen Bindung von Vincent an sie. Eine Bindung aber ohne jeglichen sexuellen Hintergrund, bei der er mehr und mehr zu ihrem Mentor, ja Lehrer- oder Elternersatz wird. Als er dem Mädchen aber nach acht Jahren die Freiheit schenkt und erkennen muss, dass diese Bindung nur einseitig besteht und sie nicht freiwillig zu ihm zurückkehren will, beendet er sein für ihn sinnlos gewordenes Leben durch Suizid.
Regisseur Frédéric Videau schrieb selbst das Buch zu diesem behutsamen und ohne vordergründige Effekte gestalteten Film. Die faszinierenden und gleichzeitig verstörenden Porträts von zwei Menschen ohne jeden Voyeurismus. Dies Dank einer perfekten Schauspielführung, einer sensiblen Kamera und vor allem der überragenden Leistung der beiden Protagonisten Agathe Bonitzer als Gaelle und Reda Kateb als Vincent.

Die Gilde-Jury im Wettbewerb der Berlinale setzte sich zusammen aus:
Adrian Kutter, Sternenpalast Biberach
Zoë Rosslenbroich, Weltspiegel Kinocenter Mettmann
Petra Rockenfeller, Lichtburg Filmpalast Oberhausen
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22.02.2012
„Meet the Indies“ – Der Berlinale-Empfang der europäischen Filmkunsttheater
Traditionell am ersten Samstag der Berlinale feierte die AG Kino – Gilde e.V. am 11. Februar 2012 die Vielfalt der europäischen Filmkunstbranche mit einem Empfang im Café Oxymoron, gemeinsam mit den Partnern CICAE und Media Salles.
Eindrücke von der Mitgliederversammlung der AG Kino – Gilde im Hackesche Höfe Kino und dem anschließenden Empfang mit CICAE und Media Salles im „Café Oxymoron“:
Fotos: Cordula Giese | www.cordulagiese.de
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10.02.2012
Verleiher blockieren digitale Umrüstung in Deutschland!
AG Kino – Gilde e.V. fordert Verleiher auf, sich endlich an der digitalen Umrüstung aller Kinos zu beteiligen.
Zahlreiche Filmverleiher, darunter auch US-Majors, verweigern in Deutschland nach wie vor eine Beteiligung an den digitalen Umrüstungskosten. Über 1500 FFA-förderfähige Leinwände warten seit einem Jahr auf den Verleihbeitrag, der über ein Treuhandmodell von der FFA ausgereicht werden soll. Auch alle größeren unabhängigen Filmkunsttheater haben immer noch keine Chance an einen Verleiherbeitrag über Virtual Print Fee (VPF) zu kommen.
Daher unterstützt die AG Kino – Gilde e.V. den dringenden Appell von Staatsminister Bernd Neumann zur finanziellen Beteiligung der Verleiher an der Umrüstung der Kinos.
„Wir werden von Verleiherseite immer wieder vertröstet und bleiben auf den Umrüstungskosten sitzen“, kritisiert der Vorsitzende AG Kino – Gilde e.V. Dr. Christian Bräuer. „Es scheint als wollten die Verleiher die Situation aussitzen und warten, bis der Markt auch ohne ihren Beitrag umgerüstet ist.“
Dabei seien es doch die Verleiher, die durch die Umrüstung Kosten sparen. Es sei inakzeptabel, dass die Kinos und der Steuerzahler die Investitionen in die neue Technik bezahlen, aber die, die eigentlich davon profitieren, aus der Verantwortung stehlen. Die jahrelangen Versprechungen des Verbandes der Filmverleiher VdF einer umfassenden und angemessenen finanziellen Beteiligung an der Digitalisierung erweisen sich bislang als Makulatur.
Für den Vorstand der AG Kino – Gilde e.V. ist das ein Skandal. Die AG Kino – Gilde e.V. erwartet zur Berlinale ein klares Signal von Seiten der Verleih-Branche, dass nun endlich das Treuhandmodell in Kraft gesetzt wird und auch eine Lösung für größere Arthouse-Kinos gefunden wird - notfalls auch über eine gesetzliche Regelung.
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06.02.2012
Steigende Besucherzahlen bei BRITFILMS #4
Auch die vierte Ausgabe des englischsprachigen Filmfestivals BRITFILMS der Arbeitsgemeinschaft Kino – Gilde e.V. ist auf großes Interesse gestoßen. Fast 35.000 Schülerinnen und Schüler besuchten in der Saison 2010/2011 das Festival, das sich mit seinem Angebot explizit an Englischklassen der Jahrgangsstufen 3 bis 13 richtet. Damit verzeichnet das Festival erneut einen Besucheranstieg von 15% gegenüber dem Vorjahr (BF #3: 30.000 Besucher).
Zu den beliebtesten Filmen des Festivals zählten das bewegende australische Roadmovie RABBIT-PRROF FENCE und der in Irland angesiedelte Kinderfilm THE RACE, in dem sich die achtjährige Mary beim Seifenkistenrennen gegen die Jungs ihrer Klasse behaupten muss. Ebenfalls an die jüngeren Schüler richtete sich der Animationsklassiker WALLACE & GROMIT: THE CURSE OF THE WERE-RABBIT. Schulklassen der Mittel- und Oberstufe hatten die Wahl zwischen dem Science-Fiction-Film MOON, der sich mit den Folgen der Gentechnik auseinander setzt, dem sozialkritischen Drama IT’S A FREE WORLD über den globalisierten Arbeitsmarkt von Ken Loach und Jane Campions bildgewaltiger Verfilmung der Liebesgeschichte von John Keats und Fanny Brawne, BRIGHT STAR.
Über BRITFILMS: Die AG Kino - Gilde, der Verband der Filmkunsttheater und Programmkinos in Deutschland, schickt in Kooperation mit Vision Kino, der Bundeszentrale für politische Bildung und Filmeducation UK jedes Schuljahr ein Paket von sechs englischsprachigen Filmen auf Tournee durch 60 deutsche Kinos.
Das Programm aus aktuellen Produktionen und britischen/irischen Klassikern richtet sich an Englischschüler von 8 bis 18 Jahren und ist vom Inhalt und vom Sprachniveau her auf die jeweiligen Altersgruppen abgestimmt. Begleitend gibt es medienpädagogisch aufbereitetes englischsprachiges Unterrichtsmaterial zu allen Filmen. Alle Filme werden im Original mit Untertiteln gezeigt und können in den teilnehmenden Kinos für Schulvorstellungen gebucht werden.
Die fünfte Ausgabe von BRITFILMS ist seit September 2011 auf Tournee.
Eine Übersicht über die Filme und Spielorte des aktuellen Festivals finden Sie unter www.britfilms.de.
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03.02.2012
AG Kino – Gilde Screenings zur Berlinale gehen in die 10. Runde
Bereits zum 10. Mal veranstaltet die AG Kino – Gilde e.V. während der Berlinale die AG Kino – Gilde Screenings im Hackesche Höfe Kino. Fachbesucher der Berlinale und Mitglieder der AG Kino – Gilde e.V. sind eingeladen im entspannten Rahmen abseits des Festival-Trubels aktuelle Arthouse-Filme zu sichten.
Auch in diesem Jahr sind wieder 38 Filme im Programm. Dabei ist vor allem das neue französische Kino prominent vertreten. Unter anderem werden die Neuverfilmung DER KRIEG DER KNÖPFE von Christophe Barratier, das Teenager-Drama 17 MÄDCHEN von Delphine und Muriel Coulin, die romantische Komödie DAS HAUS AUF KORSIKA von Pierre Duculot sowie die charmante Hommage an Jaques Tati, HOLIDAYS BY THE SEA von Pascal Rabaté zu sehen sein. Gespannt sein darf man auch auf DIE EISERNE LADY von Phyllida Lloyd mit Meryl Streep und das Melodrama SHAME von Steve McQueen mit Michael Fassbender.
Neben den Screenings lädt die AG Kino – Gilde e.V. am Samstag, den 11.02.2012 ab 13:00 Uhr auch wieder zum Berlinale-Empfang der unabhängigen Kinobetreiber gemeinsam mit den internationalen Kinoverbänden CICAE und MEDIA SALLES ins Oxymoron ein.
Erstmals ist der Verband auch Mit-Gastgeber des Treffens der Kinderfilmszene am 11.02.2012 ab 21:00 Uhr in der Homebase Lounge. Dort wird u.a. die neue Kinderfilminitiative „KidsKino“ vorgestellt, die einen Beitrag zur Unterstützung des anspruchsvollen Kinderfilms leisten wird.
Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung der AG Kino – Gilde e.V. am 11.02.2012 im Hackesche Höfe Kino wird es um aktuelle verbandspolitische Themen gehen.
» Screenings 2012: Übersicht über das Filmprogramm (PDF)
» Screenings 2012: Komplettes Heft mit allen Filminfos (PDF)
» Screenings 2012: Kalender-Abonnement für iCal und Co (Webcal)
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31.01.2012
Trauer um Hans-Werner Renneke
Am vergangenen Samstag starb unerwartet Hans-Werner Renneke. Als langjähriges Vorstandsmitglied der Gilde deutscher Filmkunsttheater und Mitglied der Berlinale-Jury der AG Kino-Gilde e.V. hat er über Jahre die deutsche Programmkinolandschaft mit geprägt und sich für den Arthouse-Film eingesetzt. Der Vorstand der AG Kino–- Gilde e.V. ist bestürzt und traurig über diese Nachricht. Auch im Namen aller Mitglieder sprechen wir der Familie unser tiefes Mitgefühl aus.
Die Beisetzung findet am Donnerstag, den 2.2.2012 um 11:15 Uhr auf dem Westfriedhof, Riemekestr. 130 A in Paderborn statt.
Nachruf auf Hans Werner Renneke
(20.8.1950 – 28.1.2012)

1974, also vor 38 Jahren, lernten wir uns kennen – Hans Werner Renneke und ich. Später, als wir Freunde waren, durfte ich HW zu ihm sagen.
1974, also, kamen wir Beide als junge Himmelsstürmer zur Gilde deutscher Filmkunsttheater, dessen Vorstand wir einmal 30 Jahre angehören sollten. Beide stammten wir aus alten Kinodynastien, ich in Biberach, er in Paderborn, wo schon sein Großvater seit 1928 Kino machte und sein Vater Hans einer der Mitbegründer der Gilde in den 50er Jahren war.
Schnell verband uns die gemeinsame Devise für unser Kinomachen, nämlich „Kino ist mehr als Film“. Mit viel Arbeit und Zähigkeit das Publikum für die Filme zu begeistern, die wir selbst so liebten. Das Publikum neben dem reinen Unterhaltungsfilm auch zum wichtigen, zum anspruchsvollen Film zu „erziehen“. Kämpfer für die Filmkunst nannten wir uns und wurden dafür auch nicht nur bewundert. Den Zwiespalt zwischen notwendigem kommerziellen Kinobetrieb und gleichzeitig engagiertem Programm mit künstlerischem Anspruch hat Hans Werner einmal selbst in einem Artikel zum 40. Jubiläum der Gilde 1993 unter dem Titel „Die gar nicht so unerträgliche Wirklichkeit des Gebrauchtwerdens“ so formuliert: „Wir von der Gilde wissen, dass wir uns mit unserer Programmierung auf einer nicht enden wollenden Gratwanderung befinden. Wir haben uns verschworen auf einen ewigen Ritt auf dem Zeitgeist oder, realistischer, auf einen unendlichen Galopp dagegen… und: Die Herausforderung im Umgang mit der Filmkunst, im Wirken für die Filmkultur, liegt für uns im kommerziellen Umgang mit der Kunst…“
Zeit seines Lebens ist Hans Werner seinen Idealen treu geblieben, ohne den Blick, den Weitblick, für Realität und Kinozukunft zu verlieren. Seine Ausbildung zum Kinokaufmann machte er in einer damals großen deutschen Kinogesellschaft, um bereits mit 23 Jahren zum Mitgesellschafter und Mitarbeiter im väterlichen Betrieb in Paderborn zu werden. Später, als alleiniger Geschäftsführer, erkannte er , wenn auch schmerzlich, die Zeichen der Zeit und konzentrierte mehrere Kinostandorte in der Stadt auf ein Haus, das er schließlich 1998 mit acht Sälen in den Paderborner Himmel wachsen ließ – das Cineplex. Mit Ausstattung, Technik, Service und Programmierung stellte Hans Werner immer unter Beweis, dass modernes Kinomachen auch so aussehen kann: Die Paarung von gutem Unterhaltungsfilm mit anspruchsvollem und Zielgruppen orientiertem Programm. Bestens kam ihm dabei sein enormes filmisches Wissen, sein filmisches Gedächtnis, zu Gute. Das konnte ich in über 30 Jahren gemeinsamer Arbeit in der Gilde und in Jurys auf vielen Festivals immer wieder bewundern. Seine Theaterleiterin nannte ihn schon mal liebevoll „ein wandelndes Filmlexikon“.
Sein Einsatz für den anspruchsvollen Film und sein damit verbundenes großes kulturelles Engagement in allen Bereichen Paderborns wurden jahrzehntelang von den Kulturbehörden des Landes und der Bundesrepublik mit jährlichen Auszeichnungen und Programmprämien bedacht. Diesem schloss sich auch die Gilde deutscher Filmkunsttheater mit großer Dankbarkeit für seinen ebenfalls jahrzehntelangen Einsatz im Vorstand des Verbandes dankbar mit einem Ehrenpreis an.
Deutschland hat mit Hans Werner Renneke einen der wenigen Kino-Grandseigneurs verloren. Ein großer Verlust für Cineplex Deutschland, wo er mit seinem Paderborner Cineplex den für ihn so wichtigen neuen Lebens- und Arbeitsraum gefunden hat und dies unter neuen, aber auch vielen Freunden aus alten Gildezeiten. Sicher ein großer Verlust auch für die Stadt Paderborn und unseren Verband AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater, vor allem aber auch für mich ganz persönlich, der ihn seinen Freund nennen durfte.
Adrian Kutter
3. Februar 2012
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26.01.2012
Gratulation zum 50-jährigen Programmkino-Jubiläum in Essen
Die Essener Programmkinos feiern in diesen Tagen das 50-jährige Jubiläum der Filmtheaterbetriebe Hanns Peter Hüster. Der Vorstand der AG Kino – Gilde e.V. gratuliert dazu herzlich.
Welch ein Jubiläum!
„Der Zusammenbruch des konventionellen deutschen Films entzieht einer von uns abgelehnten Geisteshaltung endlich den wirtschaftlichen Boden.“
So begann das kurze „Oberhausener Manifest“, das am 28. Februar 1962 von jungen deutschen Filmemachern verabschiedet wurde. Es markierte den Beginn des jungen deutschen Films, der das Kino in Deutschland nachhaltig veränderte.
Beispielhaft stand dafür ein unvergessener Kurzfilm von Jean-Marie Straub und Danièle Huillet: „Machorka-Muff“ aus eben diesem Jahr 1962 – nach einer Erzählung von Heinrich Böll – war eine provokative Satire auf die 50er-Jahre in der BRD.
Das Oberhausener Manifest stand aber auch am Anfang von Hanns-Peter Hüsters Arbeit im Kino. Unser Kollege, Freund und Vorbild, begann seine Arbeit als Kinomacher im gleichen Jahr!
Innerhalb kurzer Zeit hatte das westdeutsche Kino Dreiviertel seines Publikums an das neue Medium Fernsehen verloren: von 800 Mio. Besuchern 1956 waren sechs Jahre später noch 180 Mio. übrig geblieben. (Aus heutiger Sicht immer noch eine stolze Zahl.) Das Kinosterben schien nicht mehr aufhaltbar! Aber Cinéasten wie Hüster gelang es, einen neuen Kinotyp zu kreieren, der diesem jungen Film und seinem jungen Publikum eine Heimstatt bot und dem Kino ein Überleben in neuer Form als Programmkino.
Ein Kino fern von Lederhosen-, Karl-May- und Ostfriesen-Filmen, wie sie das westdeutsche Normalkino jener Jahre dominierten.
Ich lernte Hanns-Peter Hüster persönlich erst Anfang der 80er-Jahre bei den berühmten Kinotagen der AG Kino in Hamburg kennen. Und natürlich war ich neugierig auf seine Arbeit, seine Kinos und seine berühmte Wurlitzer-Kinoorgel, von der er gern erzählte und um die ihn alle Kollegen beneideten.
Hüster steht in einer Reihe mit den großen Programmkino-Machern jener Jahre wie Werner Grassmann aus Hamburg, Gerd Settje aus Bremen, Ulrich Gregor aus Berlin, Gerd Zimmermann aus Bonn oder natürlich Heiner Pier aus Münster, um nur einige zu nennen.
Die Programmkinos und Filmkunsttheater in Deutschland und Europa brauchen solche Kinomacher mit Leidenschaft wie Hanns-Peter Hüster. Herzliche Glückwünsche zum Jubiläum und: Hut ab!
Detlef Roßmann
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03.01.2012
Die Arthouse-Jahrescharts 2011:
„The King’s Speech“ besucherstärkster Film in den deutschen Programmkinos
Nicht nur jene von Shakespeare, auch neue Königsdramen sind beliebt beim Arthousekino-Publikum: „The King's Speech“ war mit Abstand der besucherstärkste Film in den deutschen Programmkinos im Jahr 2011. Auf Platz 2 der Arthouse-Jahrescharts folgt die warmherzige Migrationskomödie „Almanya - Willkommen in Deutschland“, für den die Samdereli-Schwestern auch mit dem Gilde-Preis der AG Kino-Gilde e.V. auf der Filmkunstmesse Leipzig ausgezeichnet wurden. Auf Platz 3 ist „Midnight in Paris“ des New Yorker Altmeisters Woody Allen, der in den europäischen Metropolen sichtlich neuen Schwung gefunden hat, zu finden. Auf den Plätzen 4 - 10 in der Jahreshitliste folgen „Black Swan“, „Der Gott des Gemetzels“, „Das Labyrinth der Wörter“, „Das Schmuckstück“, „Eine ganz heiße Nummer“, „Le Havre“ und „Sommer in Orange“.
Insgesamt war es ein äußerst gutes Jahr für gehobene Filme, die fast alle auch auf sehr lange Laufzeiten in den Programmkinos kamen. Und es war ein gutes Arthouse-Jahr für den Concorde Filmverleih: 4 der Top 10 brachten die Münchner ins Kino!
Ermittelt wurden die Arthouse-Jahrescharts 2011 von RENTRAK in Zusammenarbeit mit der AG Kino-Gilde.
- The King's Speech
- Almanya - Willkommen in Deutschland
- Midnight in Paris
- Black Swan
- Der Gott des Gemetzels
- Das Labyrinth der Wörter
- Das Schmuckstück
- Eine ganz heiße Nummer
- Le Havre
- Sommer in Orange
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» Ältere Meldungen finden Sie im Nachrichten-Archiv.



























































